Franz Kafka- Der Prozess

Inhalt:
  • Der Autor
  • "Der Prozess" Interpretation
  • Die Moderne
  • Expressionismus im Roman
  • Anhang: Kurzfilm, Power-Point-Pr√§sentation








Der Autor:


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Quelle: www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.k/k011123a.jpg

Allgemeines:
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Dort verbachte er einen großen Teil seines Lebens, bis er am 3.Juli 1924 in Berlin an Tuberkulose starb.
Familie:
Kafkas Eltern boten ihren vier Kindern ein Leben in bescheidenem Wohlstand. Doch Kafka entsprach nicht dem Ideal des tyrannischen Vaters, der den skrupelhaften, introvertierten Schriftsteller ablehnte, und wurde zum Au√üenseiter der Familie. So kam es, dass Kafka sich in die Literatur zur√ľckzog und zielstrebig auf das Schreiben ausgerichtet war. Beim Schreiben empfand er eine tiefe Befriedigung und sah andere Interessen, die ihn daran hinderten, als Bedrohung. Sobald Franz Kafka f√ľr kurze Zeit nichts schrieb, wurde er depressiv.
Dieser √ľberm√§chtige Vater wurde zum Kindheitstrauma, da er alles kategorisch bestimmte und auf seinem Recht bestand. Franz Kafka bewunderte ihn, andererseits aber litt er unter der absch√§tzigen Ironie und der Ablehnung seiner Interessen. Der ohnehin sch√ľchterne Junge zog sich immer mehr zur√ľck und redete kaum noch. Kafka blieb in der pers√∂nlichen Entwicklung zur√ľck, da er dachte, dass seine Ansichten, Tr√§ume und das Interesse zur Literatur deplatziert und falsch waren und sich somit gegen die intakte Welt des Vaters vers√ľndigten. Dieses Motiv des allm√§chtigen, gottgleichen Vaters, den er nur mit Schuldbewusstsein gegen√ľbertreten konnte, zieht sich durch seine Werke. Aus dieser psychischen Last resultierte auch sein schwieriges Verh√§ltnis zu Frauen.



Franz Kafka schrieb einen Brief an seinen Vater:

Franz Kafka - Brief an den Vater - gelesen von Hans-Jörg Große - Hörbuchproduktion - 2009
Franz Kafka - Brief an den Vater - gelesen von Hans-Jörg Große - Hörbuchproduktion - 2009


Quelle: www.kulturagent.eu/ inhalt/literatur/kafka/pic...
Eine eigene Familie hatte Franz Kafka nie. Er war dreimal verlobt, l√∂ste diese aber immer wieder, weil eine ernsthafte Beziehung gleichzeitig eine Bedrohung f√ľr das Schreiben h√§tte werden k√∂nnen.

Schule / Beruf:
Die Entwicklung seiner geistigen F√§higkeiten, vor allem sein Interesse f√ľr B√ľcher, sein Urteilsverm√∂gen und seine geistige Unabh√§ngigkeit verliefen au√üerordentlich. Kafka durchlief ohne Probleme die f√ľnf Klassen des gef√ľrchteten Altst√§dter Gymnasiums.
Zun√§chst schrieb sich Kafka an der Prager Universit√§t f√ľr Chemie ein, merkte, dass das nicht seine Richtung war und wechselte nach 14Tagen zu Jura, dann zu Germanistik und kehrte im dritten Semester zur√ľck zu Jura. Nebenher h√∂rte der junge Student Vorlesungen in Philosophie, war vor√ľbergehend Mitglied der Prager Lese- und Redehalle der deutschen Studenten und hielt sich als stiller Beobachter in diversen Literatencaf√©s auf.
Sarkastisch und belustigt √§u√üerte sich Franz Kafka im Nachhinein √ľber das Ziel seines Studiums, seine Promotion, und er wunderte sich, dass er die Pr√ľfungen √ľberhaupt bestanden hatte. Der Spott √ľber das trockene, sinnleere Rechtswesen schwingt noch in Kafkas beiden gro√üen Romanen Das Schloss (ab 1914) und Der Prozess mit.
Nach seinem Studium f√ľhrte Franz Kafka ein trostloses Leben als Doktor der Rechte in einer Kanzlei sowie in einer Arbeiter ‚ÄďUnfall- Versicherungs- Anstalt. Dort arbeitete er sich vom Aushilfsbeamten bis zum Obersekret√§r hoch.


Der Durchbruch:
1905 √ľberwand sich Franz Kafka, eine erste literarische Probe dem Verleger Max Brod zum Lesen zu geben. Dieser brach in Begeisterung aus, lobte in einem Zeitungsartikel den noch v√∂llig unbekannten Franz Kafka als einen der hoffnungsvollen jungen Schriftsteller. Der Literat Franz Blei druckte daraufhin in seiner Zeitschrift Hyperion Kafkas erste Texte ab, gleich neben den Gr√∂√üen Rilke, Hofmannsthal und Heinrich Mann.
1912 lernte Kafka durch Max Brod den Verleger Kurt Wolff kennen, der sich von Kafkas Texten beeindruckt zeigte. Er wollte die schwierigen Texte Kafkas mit Gewinn auf den Markt bringen. Wichtige Werke Kafkas sind im Folgenden:
Betrachtung (1912) Der Heizer (1913),
Die Verwandlung (1915) In der Strafkolonie (1919),
Der Prozess (1914, unvollendet) Ein Hungerk√ľnstler (1924)
Das Urteil (1916) Ein Landarzt (1920)


W√§hrend der Zeit von 1933 bis 1945 war Kafka wie alle namhaften j√ľdischen Schriftsteller verboten. Er ist in der Liste verbotener Autoren w√§hrend der Zeit des Nationalsozialismus als Erzeuger von ‚Äěsch√§dlichem und unerw√ľnschtem Schriftgut‚Äú genannt. Seine Werke fielen wie viele andere den B√ľcherverbrennungen zum Opfer.


Franz Kafka
-Der Prozess-
(Interpretation)

‚ÄúDer Prozess‚ÄĚ wurde in den Jahren 1914 und 1915, kurz vor Beginn des 1.Weltkrieges, von Franz Kafka geschrieben. Josef K., die Hautperson des Romans, der sich wie viele andere Protagonisten in Kafkas Werken mit Gesetzen und unentwirrbaren Verwicklungen konfrontiert sieht, wird pl√∂tzlich eines Tages ohne ersichtlichen Grund verhaftet. Trotz seiner Festnahme darf sich der Bankangestellte Josef K. noch frei bewegen und auch weiter seiner Arbeit nachgehen. Er wird zu einem Termin gebeten, gesagt wird ihm aber nur die Nummer des Hauses. Josef K. ist verwirrt, da er den Grund seiner Verhaftung nicht kennt. Er kommt
zum vereinbarten Termin und zum vereinbarten Treffpunkt, sucht aber dann ziemlich lange nach dem richtigen Zimmer. Vergeblich versucht er herauszufinden, weshalb er angeklagt wurde und wie er sich rechtfertigen könnte. Dabei stößt er auf ein ebenso wenig greifbares Gericht, dessen Kanzleien sich auf den Dachböden großer ärmlicher Mietskasernen befinden.
Der Prozess beginnt. Zunächst ist sich K. keiner Schuld bewusst, er spricht völlig frei und ungebunden, bis ihm klar wird, dass er vielleicht doch Unrecht begangen haben könnte.
Er besch√§ftigt sich immer intensiver mit seinem Prozess, obwohl er das anfangs nicht wollte. Dabei ger√§t er immer weiter in ein albtraumhaftes Labyrinth einer ungreifbaren B√ľrokratie. Immer tiefer dringt er in die Welt des Gerichts ein. Gleichzeitig dringt jedoch auch das Gericht immer mehr in Josef K.s Leben ein. K. erf√§hrt es nicht, aber er empfindet selbst, dass seine Zeit abgelaufen ist. Josef K. f√ľgt sich einem unverst√§ndlichen, mysteri√∂sen Urteilsspruch. Am Vorabend seines 31. Geburtstages wird Josef K. von zwei Herren abgeholt und in einem Steinbruch ‚Äěwie ein Hund‚Äú erstochen.


Die Romane Franz Kafkas sind sehr surrealistisch. Den Surrealismus bezeichnet man auch als die √úberwirklichkeitskunst. Dies bedeutet, dass Irreales und Reales in Lebenssituationen verkn√ľpft werden. Der Erz√§hler bewahrt in typisch kafkascher Art auch in brutalen Situationen seine sachlich ruhige und distanzierte Sprache.

Der Roman wird in der dritten Person erz√§hlt; dennoch erfahren wir nur wenig von dem, was √ľber den Wahrnehmungs- und Wissenshorizont der Hauptfigur hinausreicht.
Zitat: ‚ÄěJemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas B√∂ses getan h√§tte, wurde er eines Morgens verhaftet.‚Äú (S.9, Z. 1f)
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Eine eindeutige Interpretation ist schwierig, doch es lassen sich einige Schwerpunkte feststellen.
¬∑ historisch kritisch: vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und sozialen Spannungen in √Ėsterreich-Ungarn,dem 1.Weltkrieg und derWeimarer Republik
¬∑ biografisch/ religi√∂s: vor allem in Bezug auf Kafkas j√ľdischer Herkunft
· psychoanalytisch: der Prozess wird als Darstellung und Bewusstwerdung eines inneren Prozesses gesehen
¬∑ Politisch und soziologisch: als Kritik an einer verselbstst√§ndigten und unmensch- lichen B√ľrokratie und am Fehlen b√ľrgerlicher Freiheits- rechte

Die Moderne 1890- 1930
Man unterscheidet zwischen der Moderne in der Geschichte und der Moderne in der Literatur. Als Moderne bezeichnet man in der Geschichte die Zeit seit dem Beginn der Französischen Revolution 1789. Hingegen wird die Moderne in der Literatur als die Zeit nach dem Epochenumbruch 1900 bezeichnet.

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fp.tsn.at/ lustaufkunst/b467.JPG, www.kulturfonds-frm.de/ fileadmin/kffrm-daten/..., www.muenchen.de/.../ 15_Blauer_Reiter/pferd.jpg


Im Mittelpunkt steht die Aufl√∂sung des b√ľrgerlichen Selbstverst√§ndnisses. In der Zeit zwischen 1890 und 1930 entstehensich √ľberlagernde und nebenstehende Stile und Str√∂mungen:
Im Fin de Siècle(frz.: Jahrhundertwende, 1890-1910) sind Symbolismus, Impressionismus und die Wiener Moderne zusammengefasst und wenig später entsteht der Expressionismus (1910-1923). Dieser setzt sich aus Dadaismus, Futurismus, und Surrealismus zusammen.
Der Expressionismus beinhaltet den Protest gegen das autorit√§tsh√∂rige B√ľrgertum des deutschen Kaiserreichs. Bilder der modernen Gro√üstadt, der Einsamkeit und Leere entstehen. Eine expressive Sprache aus Neologismen (Wortneusch√∂pfungen), Metaphern, Chiffren und pathetische Ausrufe f√ľhrt zu einer Reiz√ľberflutung und somit zur Verwirrung des lyrischen Ich¬īs.
Der Roman ‚Äě Der Prozess‚Äú von Franz Kafka l√§sst sich somit in den Expressionismus einordnen und geh√∂rt in die Gattung der Epik. Denn Kafka erz√§hlt zwar konventionell, doch sind die Hauptmotive (Einsamkeit, Leere, anonyme Bedrohung, Ausgeliefert sein an eine feindliche Welt, Vater- Sohn- Konflikt) und die absurd und undurchschaubar gestaltete Szenerie typisch moderne Erfahrungen.

Expressionismus im Roman ‚ÄěDer Prozess‚Äú von Franz Kafka
Hauptthemen:
  • Traum, Wahnsinn, Rausch, Chaos, Entfremdung,
Bsp.: - Das Chaos, dass der Prozess aus K¬īs Leben gemacht hat.
- Der Traum das Gericht zu zerstören und den Prozess zu gewinnen.
- Entfremdung von sich selber. K. änderte seine Meinung - wurde vom Elan getriebenen Kämpfer zu
Jemandem, der das Urteil hinnimmt und den Prozess √ľber sich ergehen l√§sst. Auch war er am Anfang
ein Mann mit ‚Äěerhobener‚Äú K√∂rperhaltung und wurde zu einem eingefallenen Mann. ‚Äěniemals vollst√§ndig
aufrecht, der R√ľcken war geneigt, die Knie geknickt...wie Stra√üenbettler.‚Äú(S. 75,Z. 16f)


Motive/ Schl√ľsselw√∂rter:
  • Angst, Hass, neuer Mensch, Kampf

Zitat: ‚Äě Sie geh√∂ren zu der Gesellschaft, die ich bek√§mpfen muss... .(S.64, Z. 10f)

Konflikte:
  • ausgeliefertes Ich √ü√† undurchschaubar- absurde Welt

Zitat: ‚Äě...dieses Gerichtwesen ebenso widerlich war wie sein √Ąu√üeres. Er wollte nicht weiter eindringen, er war beengt genug von dem, was er bisher gesehen hatte...er war selber nicht in der Verfassung einem h√∂heren Beamten gegen√ľberzutreten.‚Äú (S. 78, Z. 3-8)

Sprache/Stil:
  • Verben der Bewegung, Ironie, Collage, Reflexion

Zitat: Im Prozess, Ruf eines h√∂heren Beamten im Gericht: ‚Äě Bravo! Warum denn nicht? Bravo! Und wieder Bravo!‚Äú(S. 52, Z. 32), ‚Äěihn schneller vorw√§rtstreiben‚Äú (S. 149, Z. 29)

Figuren:
  • der K√§mpfer, Erneuerer

Zitat: ‚Äě Blieb er nicht immer so frei, dass er das ganze Gericht sofort zerschlagen konnte?‚Äú (S. 67, Z. 29f)
















Quellen: www.xlibris.de/Autoren/Kafka/Biographie/Seite1
www.kulturagent.eu/ inhalt/literatur/kafka/pic..
www.wikipedia.de
www.wikipedia/bilder
fp.tsn.at/.../Kunstwerk/ expressionsmus.htm
ais.badische-zeitung.de/.../ d4/8e/16307342.jpg
www.kulturfonds-frm.de/ fileadmin/kffrm-daten/...
Roman ‚ÄěDer Prozess‚Äú von Franz Kafka