Siegfried Lenz – Deutschstunde



Über den Autor:

  • geboren: 17. Mär 1926 in Lyck (Ostpreußen), Sohn eines Zollbeamten
  • mit 13 zur Hitlerjugend
  • 1943 zur Marine eingezogen (weigerte sich aufsässigen Kameraden zu erschießen & desertierte)
  • 1945 Kriegsgefangenschaft (betätigte sich als Dolmetscher und kam nach kurzer Zeit frei)
  • studierte nach dem Krieg Anglistik, Literaturwissenschaft & Philosophie in Hamburg
  • verdiente Lebensunterhalt als Schwarzhändler
  • erster Roman erschien 1951
  • engagierte sich für SPD & reiste 1970 mit Günter Grass auf Einladung von Bundeskanzler Willy Brandt mit nach Warschau zur Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrags
  • einer der bekanntesten dt. Autoren mit vielen Preisen
    Themen seiner Werke: z. B. Scheitern, Verfolgung, Schuld, Versagen, Einsamkeit, Gewalt
    Erzählstil: klassisch, ausführliche Beschreibungen


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Zusammenfassung Roman:
Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche, bekommt in einer Deutschstunde das Aufsatzthema „Die Freuden der Pflicht“ gestellt und scheitert daran: Er gibt ein leeres Heft ab. Der Grund für sein Scheitern liegt jedoch darin, dass er zu diesem Thema zu viel zu sagen hat - im Arrest, der von ihm freiwillig immer weiter verlängert wird, schreibt Siggi nun über seine Kindheit und Jugend, die gerade unter dem Zeichen der „Pflicht“ stand. Siggi Jepsens Vater war nämlich der „nördlichste Polizeiposten Deutschlands“ in dem schleswig-holsteinischen Dorf Rugbüll. Jens Ole Jepsen erhält 1943 von der nationalsozialistischen Obrigkeit den Auftrag, gegen den expressionistischen Maler Max Ludwig Nansen ein Malverbot auszusprechen und dieses Verbot zu überwachen. Obwohl Jepsen seit seiner Jugend mit Nansen befreundet ist und dieser ihm sogar einmal das Leben gerettet hat, kommen ihm keinerlei Zweifel an seiner Pflicht, diese Anordnungen rigoros zu befolgen. Als er seinen zu dieser Zeit zehnjährigen Sohn Siggi dazu anstiften will, den Maler zu bespitzeln, bringt er ihn damit in einen Gewissenskonflikt, denn Nansens Atelier ist für Siggi wie ein zweites Zuhause. Er beschließt, seinem Vater nicht zu gehorchen, und hilft stattdessen Nansen beim Verstecken von Bildern.
Siggis Vater ist von fanatischer Pflichterfüllung angetrieben, weniger von der nationalsozialistischen Ideologie, im Unterschied zu seiner Frau, die, wie gelegentlich zum Ausdruck kommt, vollkommen vom Nationalsozialismus überzeugt ist. Als Siggis Bruder Klaas sich selbst verstümmelt, um nicht weiter Kriegsdienst leisten zu müssen, wird er von seinen Eltern verstoßen - nur mit Glück und der Hilfe von Nansen kann er den Krieg überleben.
Selbst nach Kriegsende kommen Jepsen keine Zweifel, im Gegenteil, er beharrt auf der Überzeugung, dass es weiterhin seine Pflicht sei, Nansens Bilder zu vernichten. Er kann das Versteck in der alten Mühle, in der Siggi einige von Nansens Bildern aufbewahrte, entdecken und in Brand setzen. Siggi steigert sich nun in einen Wahn hinein, Nansens Bilder vor seinem Vater „retten“ zu müssen. Er wird so zum Kunstdieb, was schließlich zu seiner Verhaftung und der Einlieferung in die Besserungsanstalt führt.

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Zusätzliche Informationen:
  • Roman erschien 1968
  • bringt das zentrale Thema deutscher Nachkriegsliteratur auf den Punkt (Verbindung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus)
  • oft gehörte Entschuldigung (man habe ja nur „seine Pflicht“ getan) wurde kritisch durchleuchtet
  • Roman wurde in zwei Zeitebenen geschrieben: Gegenwart Siggi in der Anstalt, Rückblenden beim „Aufsatz“
  • wurde 1971 von Peter Beauvais verfilmt




Interpretation:

In dem Buch die Deutschstunde wird eine extreme Pflichtauffassung und blinde Befehlsausführung im dritten Reich kritisiert, da der Vater Jens Ole Jepsen mit allen Mitteln versucht das Malverbot der NS gegenüber Max Ludwig Nansen durchzusetzen. Dabei wird auch zwischen unterschiedlichen Pflichtauffassungen differenziert, z.B. vom Vater Jepsen und dem Maler Nansen. Ebenfalls weist das Buch darauf hin, dass die Menschen damals nicht mehr nachdachten sondern einfach nur Befehle ausführten, auch wenn es um ihre eigenen Freunde ging.





Epoche:

  • Politisierung der Literatur (1960er Jahre)
  • gehört zu Literatur der BRD (1950-1990)
  • Verbindung Politik und Literatur
  • Soziale Probleme der Gegenwart wurden behandelt
  • Themen: Krieg und Heimkehr
  • wollen Wirklichkeit kritisch durchleuchten und auf Kriegsfolgen hinweisen












Quellen:





http://www.dieterwunderlich.de/Lenz_deutschstunde.htm#cont

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschstunde

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschstunde

http://www.siegfried-lenz.de/biographie.cfm

http://www.elg-halle.de/fachschaften/deutsch/deutschstunde/page3.html

http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=691&RID=1

http://hausaufgabenweb.de/deutsch/buecher/deutschstunde/

http://de.wikipedia.org/wiki/Epochenmerkmale

http://deutschsprachige-literatur.blogspot.com/2010/05/epochen-literatur-nach-45-brd-1945-1989.html

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