Die BlechtrommelGünter Grasss
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Inhaltsverzeichnis:
1. Angaben zum Autor2. Die Blechtrommel 2.1 Einleitung 2.2 Inhaltsangabe 2.2.1 Das erste Buch 2.2.2 Das zweite Buch 2.2.3 Das dritte buch 2.3 Charakterisierung der Hauptrolle3. Epoche1. Angaben zum Autorexternal image 200.jpgGünter Grass wurde am 16. Oktober 1927 als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Danzig geboren.
Aufgewachsen ist er als Sohn einer Kaufmannsfamilie. Im Alter von 15 Jahren meldete er sich zum Kriegsdienst des Zweiten Weltkrieges. 1944 wurde er Mitglied der Waffen-SS und in der 10. SS-Panzer-Division Frundsberg stationiert. Nach Kriegsende geriet er bis 1946 in amerikanische Gefangenschaft. Danach begann Grass eine Lehre als Steinmetz. 1948 nahm er ein Studium der Graphik und Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf auf. Nach Studienabschluss wurde er 1953 Schüler für Bildende Künste bei dem Bildhauer Karl Hartung in Berlin. Es folgten die ersten Ausstellungen seiner Plastiken und Graphiken. 1954 heiratete er Anna Schwarz.
Schriftstellerisch wurde Grass erstmals 1957 tätig. Nun verfasste er vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die poetischen und absurden Charakter hatten. 1958 bekam Grass für sein Manuskript "Die Blechtrommel" den Förderpreis der "Gruppe 47". Weitere Romane wie "Katz und Maus" und "Hundejahre" erschienen. Hierin war immer wieder seine exzessive und provokative Ausdrucksweise zu spüren, die ihm den Ruf eines politischen Moralisten einbrachte. Das Buch "Briefe über die Grenze" wurde 1968 veröffentlicht. Hierin äußerte sich Grass zum Thema des Prager Frühlings. Weitere Werke wie "Die Plebejer proben den Aufstand", "Davor" und "örtlich betäubt" entstanden. Im Zuge der Studentenbewegung nahm seine Beteiligung an öffentlichen Protesten gegen die Notstandsgesetze zu.
Im Jahr 1972 erschien die Erzählung "Aus dem Tagebuch einer Schnecke". Der epische Roman "Der Butt" wurde 1977 veröffentlicht. 1978 erfolgte die Scheidung von seiner Frau Anna. 1979 heiratete er in zweiter Ehe Ute Grunert. Ebenfalls 1979 erschien die Verfilmung von "Die Blechtrommel". 1980 wurde "Die Blechtrommel" mit einem Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" ausgezeichnet und war somit der erste deutsche Film, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Von 1982 bis 1993 war Grass Mitglied der SPD. Durch seine politischen Aktivitäten fand seine literarische Arbeit immer mehr Gehör in der Öffentlichkeit.

Im Jahr 1983 unterzeichnete Grass mit anderen Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern das "Heilbronner Manifest", in dem wegen der Stationierung der Pershing-2-Raketen zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen wurde. Drei Jahre später, 1986, erschien das Buch "Die Rättin", welches einige Jahre später auch verfilmt wurde. 1987 trat Grass wieder stärker ins politische Leben ein und beteiligte sich an der SPD-Kampagne für die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein.
Die Zeit der deutschen Wiedervereinigung nahm Grass zum Anlass, sich gegen eine "Ruckzuck-Einheit über den bloßen Anschlussartikel 23 des Grundgesetzes" auszusprechen. Grass setzte sich für eine zusammenwachsende Kulturnation ein. Auch sein 1992 veröffentlichter Roman "Unkenrufe" beschrieb die Versöhnung zwischen Ost und West. Ein Jahr später trat Grass wegen der durch sozialdemokratische Stimmen mitgetragenen Änderung des Asylrechts aus der SPD aus. In weiteren Romanen, wie z.B. "Ein weites Feld" (1995), brachte er immer wieder die Problematik der deutschen Geschichte zwischen Mauerbau und Wiedervereinigung ein. 1997 forderte Grass gemeinsam mit der SPD, Bündnis 90/GRÜNEN und der PDS die Regierung von Helmut Kohl zum Rücktritt auf.

Mit Egon Bahr gründete er in diesem Jahr auch den "Willy Brandt-Kreis" für Menschen, "die sich die Unabhängigkeit des Denkens bewahrt haben" (Zitat von Bahr). Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an den Türken Yasar Kemal kritisierte Grass die Kurdenpolitik. Dabei wandte er sich abermals gegen die Änderung des Asylrechts in der Bundesrepublik. 1998 begann Grass mit Wahlkampfveranstaltungen für die SPD in den Neuen Bundesländern. In dem Werk "Mein Jahrhundert", welches er 1999 vollendete, erzählt Grass für jedes Jahr dieses Jahrhunderts eine eigene Geschichte. Am 10. Dezember 1999 verlieh man Grass für sein Lebenswerk den Nobelpreis für Literatur. Für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung wurde Grass im September 2001 mit der "Gloria Artis"-Medaille ausgezeichnet.

Grass erhielt im April 2005 den dänischen Hans Christian Andersen Preis. Im selben Monat wurde ihm auch die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin verliehen. Im Vorfeld der vorgezogenen Bundestagswahl vom September 2005, machte Grass durch seine öffentliche Unterstützung der SPD-Regierungspartei auf sich aufmerksam, für die er auch andere Schriftstellerkollegen gewinnen konnte. Im selben Jahr, 2005, gründete er den Autorenzirkel "Lübecker Literaturtreffen". 2006 wurde Grass mit dem "Brückepreis" ausgezeichnet. Im August desselben Jahres räumte er erstmals seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS ein. In vorherigen Angaben war er in der Zeit von 1944 bis 1945 Flakhelfer der Wehrmacht. Begleitet war die Klarstellung von Günther Grass mit großem Medieninteresse.

Mit der Dokumentation "Der Unbequeme" kamen in April 2007 Momentaufnahmen des streitbaren Nobelpreisträgers in die deutschen Kinos.

2.1 Einleitung

Die Blechtrommel ist die Lebensgeschichte des Oskar Matzerath, welche dieser aus seiner Erinnerung, als Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, während der Jahre 1952 bis 1954 niederschreibt. Doch die Erinnerung Oskars beginnt früher als bei anderen Menschen. Schon bei der Geburt, als Oskar in Danzig das Licht dieser Welt erblickt, setzt die Erzählung ein.
Oskar selbst sagt von sich, er habe zu jenen ,,hellhörigen Säuglingen gehört" 3, deren ,,geistige Entwicklung schon bei der Geburt abgeschlossen ist und sich fortan nur bestätigen muss.


2.2 Inhaltsangabe

2.2.1 Das erste Buch
In dem ersten Buch stellt sich Oskar Matzerat erst einmal selbst vor. Dieser ist Patient einer Heil- und Pflegeanstalt im Sauerland, schreibt eine Autobiographie, die noch vor seiner Geburt 1924 in Danzig beginnt und bis in die Zeit des westlichen Nachkriegsdeutschlands reicht.
Aber bevor er mit dem Schreiben der Autobiographie beginnt, beschreibt er, wie in einem Tagebuch, die Situation zwischen ihm und seinem Pfleger Bruno.
In nur zwei Kapiteln erzählt Oskar von seinen Großeltern mütterlicherseits und seiner Mutter. Weiter geht es mit seiner Geburt 1924 und der an seinem 3. Geburtstag beschlossenen Wachstumseinstellung. Also auch wie er sich an jenem Tag die Kellertreppe hinunterstürzt, um den Erwachsenen einen sichtbaren Grund für das eingestellte Wachstum bei der Größe von 94 cm zu geben.
An diesem Tag erhält er die Blechtrommel, die seine Mutter ihm bei seiner Geburt versprochen hatte.
Oskar lernt das Trommeln und ist so versessen auf sein Instrument, dass er nicht gewillt ist, dieses jemals abzulegen.
Er ist in der Lage, mit seiner schrillen Stimme Glas zu zerschreien. Anfangs setzt er den schrillen Schrei nur zur Verteidigung gegen Personen ein, welche ihm seine Trommel entreißen wollen. Später verfeinert er seine Fähigkeit noch um einiges und setzt sie gezielt ein, manipuliert Leute und richtet allerlei Zerstörung damit an. Auch seine Trommelkünste lernt er gezielt einzusetzen und stiftet mit ihnen einiges an Verwirrung, z. B. auf der Maikundgebung der Nationalsozialisten.
Oskars Mutter stirbt an einer Fischvergiftung und wird beerdigt.
Im Herbst 1937 lernt Oskar den Meister Bebra und dessen Begleiterin Roswitha Raguna näher kennen, ihn hatte er früher schon einmal bei einem Zirkusbesuch getroffen.
Beide sind ebenfalls kleinwüchsig.
In dieser Zeit freundet sich Oskar auch mit dem Kellner Herbert Truzinski an.
Im Jahre 1938 wird das Spielwarengeschäft des Juden Sigismund Markus während der Reichskristallnacht 8 von Nationalsozialisten zerstört. Von dem hat Oskar bis zu jenem Zeitpunkt seine Trommeln bezogen. Markus vergiftet sich selbst.

2.2.2 Das zweite Buch
Das zweite Buch beginnt mit den ersten Kampfhandlungen in Danzig, also dem Sturm auf die Polnische Post, und dem nachfolgenden Beginn des 2. Weltkrieges 9
Im August 1939 wird die Polnische Post 10 in den Verteidigungszustand versetzt.
Oskars Onkel Jan Bronski, den Oskar als seinen wahren Vater ansieht, verteidigt mit vielen anderen Angestellten die Post.
Nachdem die Post von der Heimwehr gestürmt wurde, wird Jan wegen Freischärlerei 11
erschossen.
Ende 1939 taucht Maria, die jüngste Schwester von Oskars Freund Herbert im Kolonialwarengeschäft von Alfred Matzerath, auf, der Oskars angeblicher Vater ist.
Sie soll im Geschäft als Verkäuferin arbeiten.
Maria wird zu Oskars erster großer Liebe. Bei einem Badeausflug an die Ostsee kommt es zu seltsam anmutenden Szenen.
Anfang 1940 kommt heraus, dass Maria schwanger ist.
Oskar meint, er wäre der Vater des Kindes und ignoriert dabei vollkommen das Zusammensein Marias mit seinem angeblichen Vater.
Letzterer heiratet Maria, doch Oskar glaubt weiterhin, dass das Kind von ihm sei und versucht Maria zu überreden, das Kind abzutreiben.
Doch es ist vergeblich und so wird am 12. Juni1941 Kurt geboren.
Zu seinem dritten Geburtstag soll Kurt eine Blechtrommel bekommen, so verspricht es Oskar.
An Kurts zweitem Geburtstag ist Oskar nicht in Danzig, sondern trifft sich mit Bebra, dem Musikclown. Gemeinsam mit Roswitha gehen sie an die Westfront, um dort in einem Fronttheater zu spielen. So kommt Oskar auch nach Paris, hat dort Auftritte und zersingt Gläser in ihrer kunsthistorisch chronologischen Folge.
Obwohl er seine Lieben in Danzig nicht vergessen hat, schickt er ihnen keine Nachrichten. Sie haben keine Ahnung, wo Oskar geblieben ist, doch so denkt er ihnen einfach die Möglichkeit zu geben, ein Jahr ohne ihn zu leben. Im April 1944 zieht das Fronttheater an den Atlantikwall, dort stirbt Roswitha durch den Angriff der Alliierten, bei dem Versuch, sich eine Tasse Kaffee zu holen.
Bebra und Oskar kehren nach Danzig zurück, Oskars noch unversehrten Heimatstadt. Dort trennen sich ihre Wege. Oskar kehrt am Tag vor Kurts Geburtstag bei sich zuhause ein.
Die Begrüßung durch seinen Vater ist so herzlich, dass er sich von nun an ,,nicht nur [...] Oskar Bronski, sondern auch Oskar Matzerath nannte [...]" 12. Oskar schenkt Kurtchen die versprochene Trommel, doch dieser nimmt sie nicht an sondern zerstört sie sogleich.
Oskar ist zwischenzeitig Anführer einer Jugendbande, die sich die Stäuber nennt.
Die Russen fallen brandend und zerstörend in Danzig ein.
Als Matzeraths Wohnung gestürmt wird, reicht Oskar seinem Vater absichtlich sein Parteiabzeichen mit unverschlossener Sicherheitsnadel, obwohl er ihn inzwischen als seinen richtigen Vater ansieht. Herr Matzerath sieht als einziges Versteck für das Parteiabzeichen vor den Russen nur seinen Mund und will es deshalb herunterschlucken, doch er verschluckt sich und erstickt.
Oskar wirft bei der Beerdigung seines Vaters seine Blechtrommel in das Grab und beschließt wieder zu wachsen.
Oskar ist nun 21 Jahre alt und nimmt immer mehr an Größe zu, doch er wird dadurch krank.
Auf Rat einer Ärztin fahren Maria, Oskar und Kurt nach Westen. 13
Der Zug in dem sie fahren wird des Öfteren von Banden Jugendlicher oder ehemaliger Partisanen gestoppt, um die Flüchtlinge zu berauben.
Auch Marias Rucksack soll geraubt werden, doch als Oskar das Fotoalbum schnell aus ihm herauszieht, lassen die Diebe ihr den Rucksack.
Oskar meint, dass sich das Rütteln und Schütteln während der Eisenbahnfahrt positiv auf sein Wachstum ausgewirkt habe, doch leider bildete sich hierbei ein Buckel.
In Lüneburg wird der kranke Oskar in eine Klinik eingeliefert, kurz darauf nach Hannover überwiesen. In dieser Zeit sehen Maria und er sich nicht, da es keinen Wohnraum in der Nähe der Klinik für sie gibt.
Maria bekommt eine Stelle als Putzfrau in der Klinik, muss aber eine Stunde zur Arbeit fahren. So stimmen die Ärzte einer Verlegung Oskars nach Düsseldorf zu,
denn dort bekommt Maria eine Unterkunft bei ihrer Schwester.
Von August 1945 bis Mai 1946 liegt Oskar in der Klinik.
Oskar misst nun 1.23 m, somit kann er sein Erwachsenenleben beginnen.

2.2.3 Das dritte Buch
Maria verdient ab jetzt ihren Lebensunterhalt mit Schwarzhandel.
Oskar tritt im Frühjahr 1947 ein Praktikum in einer Steinmetze an.
Im folgenden Jahr macht Oskar Maria einen Heiratsantrag, doch sie lehnt diesen ab.
Oskar gibt seine Absicht auf, ein guter Biedermann zu werden, er gibt die Stellung in der Steinmetze auf und geht in die Kunst.
Oskar nimmt zunächst einen Job als Modell für die Studenten und Professoren einer Kunstakademie an, wird dann auch zum Aktmodell und steht nun zusammen mit einer ehemaligen Schneiderin namens Ulla als Objekt der Kunst zur Verfügung.
Maria sieht ein solches Bild von den Beiden und ist so enttäuscht, dass sie ihn überredet die Wohngemeinschaft zu kündigen, in der sie bis zu diesem Zeitpunkt lebten.
Oskar zieht als Untermieter bei der Familie Zeidler ein.
Zu den weiteren Untermietern dieser Familie gehört eine Krankenschwester mit Namen Dorothea. Als sie nicht zuhause ist, inspiziert er ihr Zimmer, verliebt sich in sie, obwohl er sie noch nie gesehen hat und wird eifersüchtig auf einen Arzt, der ihr Briefe schreibt.
Gemeinsam mit dem weiteren Untermieter, Münzer, den Oskar jedoch Klepp nennt und einem Gitarristen namens Scholle gründet er eine Kapelle. Mit dieser tritt er im ,,Zwiebelkeller" auf, einem Gasthaus, in dem nur Zwiebeln serviert werden.
Oskar ist in der Lage, die Gäste zurück in ihre Kindheit zu trommeln, lässt sie alles vergessen und macht sie so zu ,,Höschen nässenden, deshalb weinenden - ohne Zwiebel
weinenden" 14 Kindern. Diese Soloeinlage gefällt dem Wirt nicht, deshalb wird seine Kapelle aus dem Keller geworfen, bis sie wegen des Protestes einiger Gäste wieder eingestellt wird.
Der Gastwirt Schmuh verunglückt tödlich, der Keller wird geschlossen.
So unterschreibt Oskar einen Vertrag bei einem ehemaligen Gast, der bei einer Konzertagentur arbeitet.
Als Oskar sich zur Konzertagentur begibt, entdeckt er, dass sein alter Freund Bebra der Chef der Agentur ist. Bebra ist durch seine Tätigkeit zwar reich geworden, er scheint jedoch krank und angeschlagen zu sein.
Oskar unterschreibt ohne vorheriges Durchlesen einen Vertrag über eine Tournee.
Durch diese Tournee wird er zu einem reichen Mann.
Als er von der Rundreise zurückkehrt, ist sein Meister verstorben.
In seiner Trauer leiht Oskar sich einen Rottweiler und macht Spaziergänge, um sich abzulenken.
Eines Tages stöbert der Hund einen Finger in einem Feld auf und bringt ihn Oskar.
Oskar steckt diesen weiblichen Ringfinger ein, wird jedoch von einem Mann namens Gottfried Vittar beobachtet. Oskar bespricht mit ihm, er solle ihn anzeigen, damit er wie erwünscht auch einmal in die Schlagzeilen kommt.
In seine Autobiographie fügt Oskar nun den Text der Anzeige ein, bevor er seine Flucht vor der Polizei beschreibt. Oskars Erzählung von seinem Leben vor der Anstalt endet mit einer Rolltreppenfahrt in die Arme der Polizei, während dieser Fahrt erkennt er in jedem ,,das schreckliche ruhige Antlitz der Schwarzen Köchin" 15
Die geschriebene Autobiographie ist nun zu Ende und Oskar beginnt das Erlebte der letzten Tage zu erzählen, wie jedes Mal, wenn er sich erneut an das Schreiben der Biographie setzt.
So beschreibt er seinen 30. Geburtstag und wie er durch seinen Anwalt erfährt, dass sein Prozess neu aufgenommen werden soll. Oskar wurde damals vor zwei Jahren nicht für schuldig, jedoch aber für nicht voll genommen und in eine Anstalt eingewiesen.
Oskar ist nicht sehr erfreut über die Aussicht, die Anstalt wieder zu verlassen.

2.3 Charakterisierung der Hauptrolle

Bei diesem Roman handelt es sich um den Lebenslauf Oskars.
Oskar muss jedoch in seiner Charakterisierung in zwei verschiedenen Entwicklungsformen betrachtet werden, zum einen in der des dreijährigen Oskar und zum anderen in der des erwachsenen Oskar.
Der dreijährige, 94 cm große Oskar hat kobaltblaue Augen, in denen sich der Wille zu einer Macht spiegelt 16, Haare, die er selbst in ihrem Aussehen wie eine ,,putzsüchtige Bürste" 17 beschreibt. Er ist selbstbewusst und entschlossen, so sieht er sich selbst als Doppelgänger des Jesuskindes. (Diese Beschreibung wird von Oskar selbst mit Hilfe von Fotos vorgenommen.)
Der erwachsene Oskar ist 123cm groß, hat einen Kopf, der selbst für Normalgewachsene zu groß wäre, dieser Kopf sitzt auf einem nahezu verkümmerten Hals.
Der Buckel und Brustkorb Oskars treten hervor. Seine Arme sind kräftig, er hat nun leichtgewelltes dunkelbraunes Haar und stark leuchtende, bewegliche Augen.
(Diese Beschreibung macht sein Pfleger Bruno von Oskar, als dieser nicht schreiben kann und Bruno für ihn einen Teil des Schreibens übernimmt.)
Oskar darf nicht als wirklicher Mensch gesehen werden, denn vieles in seinem Leben und seinem Können ist nicht real. Er ist eine von Günter Grass erzeugte Kunstfigur, die durch das eingestellte Wachstum die Maske eines Kindes behält, dadurch unberechenbar wird und in seiner Gewieftheit den anderen Menschen die Maske herunter reißt. Nur diese Maske des Kindes und seine Trommel ermöglichen es ihm während der Vorkriegs- und Kriegszeit zu überleben. Nach Ende des Krieges beschließt Oskar sein Wachstum wieder zu beginnen, er wird hässlich durch den Buckel, der ihm wächst. Die Blechtrommel denkt er nicht mehr zu brauchen, doch schnell bemerkt Oskar, dass die Welt der Nachkriegszeit um keinen Deut besser ist. Er beginnt wieder zu trommeln und somit die Menschen wieder zu beeinflussen.
Nachdem sein Meister gestorben ist, kommt ihm die Welt noch schlimmer vor.
Mit Zunahme an Größe verliert Oskar anscheinend auch die Fähigkeit, hinter die Kulissen zu schauen. Mit dem Verlust von Bebra ist es Oskar nicht mehr möglich, die Menschen zu durchschauen. Zunächst flieht sich Oskar in Spaziergänge mit einem Hund.
Als er einen Finger findet, dabei beobachtet wird, flieht er.
Letztendlich bekommt er Angst vor der nun ungewissen Zukunft (siehe 4.6 Die Schwarze Köchin). Der Rückzug in die Anstalt wird zur letzten Konsequenz, doch dieser scheinbar sichere Ort soll ihm nun auch genommen werden. Oskar ist keineswegs erfreut, die Anstalt verlassen zu müssen.
Da Oskar keine eigenen Sichtweisen vertreten darf und sein Handeln mannigfaltig ist, sollte er nicht charakterisiert werden.

3. Epoche
"Die Blechtrommel" ist kein historischer Roman, er ist eher beispielhaft. Außerdem war Danzig (Langfuhr)

eine Krisenstelle der europäischen Geschichte, jedoch war es gleichzeitig ein beliebiger Ort, der unbekannt blieb. Danzig ist der Inbegriff von Kleinbürgertum.

Quellen:
http://www.lerntippsammlung.de/Die-Blechtrommel.html
http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=2795&RID=1