Die Räuber von Friedrich Schiller


Inhaltsverzeichnis


1 Friedrich Schiller

1.1 Biografie

1.2 Seine Werke

2 Die Räuber

2.1 Die Hauptfiguren

2.2 Inhaltsangabe

3 Sturm und Drang

schiller.jpg

1 Friedrich Schiller


*10.November 1759 in Marbach am Neckar
+9.Mai 1805 in Weimar


(Bildquelle: http://gutenberg.spiegel.de/autor/518)

1.1 Biografie

Johann Christoph Friedrich Schiller ist am 10. November 1759 in Marbach am Neckar, als zweites von sechs Kindern der Eheleute Johann Caspar und Elisabeth Dorothea Schiller geboren wurden. Die ersten prägenden Eindrücke erhielt der junge Schiller in Lorch, wo seine Familie von 1763 bis 1766 wohnte. Dort schloss er Freundschaft mit dem Sohn des Pfarrers Moser und kam auf diese Weise in den Lateinunterricht, den der Pfarrer für seinen Sohn abhielt. 1766 zogen die Schillers nach Ludwigsburg. Dort besuchte er eine Lateinschule und es entwickelte sich der Wunsch Theologe zu werden. Diesen Wunsch machte ihm der Herzog von Württemberg kaputt. Der junge Schiller sollte nach dem Wunsch des Herzogs auf die Militärakademie (später: Hohe Karlsschule genannt) des Herzogs gehen. Von 1773 bis 1780 war er in der Militärakademie. 1774 begann Schiller sein Jurastudium und seine Eltern bestätigten im September desselben Jahres, die lebenslange ,,Übereignung“ ihres Sohnes Friedrich in die Verfügungsgewalt des Herzogs. Die Akademie wurde 1775 nach Stuttgart verlegt und Schiller begann 1776 sein Medizinstudium und bekam Philosophieunterricht bei Jakob Friedrich Abel. Sein Lehrer Abel erzählte ihm, dass Abels Vater, einen der bekanntesten schwäbischen Räuber, den ,,Sonnenwirtle“ Friedrich Schwan, festgenommen und verurteilt hatte. 1777 begann Schiller mit seinem ersten Werk ,,Die Räuber“, das er 1780 vollendete. Am 15. Dezember 1780 wurde er aus der Karlsschule in Stuttgart entlassen. 1781 erschien ,,Die Räuber“ anonym und galt als ,,Lesedrama“, weil das Stück zu lang war für ein Theaterstück. Schiller kürzte es und schon am 13. Januar 1782 wurden ,,Die Räuber“ in Mannheim Uraufgeführt. Er reiste nach Mannheim ohne Erlaubnis des Herzogs um sein Stück zu sehen. Sein Stück war ein großer Erfolg, so dass es noch im selben Jahr in Hamburg, Mainz und Frankfurt am Main aufgeführt wurde. Am 25.Mai 1782 wurde er vom Herzog, wegen seiner Reise nach Mannheim, mit Arrest bestraft und es wurde ihm verboten weitere Werke zu schreiben. ,,Die Räuber“ waren so erfolgreich das sie 1785 ins Französische, 1792 ins Englische und wenig später ins Ungarische und Russische übersetzt wurden. Am 22.September 1782 floh Schiller von Stuttgart nach Mannheim. Dort beschäftigte er sich 1783 mit ,,Don Carlos“ und wurde als Theaterdichter angestellt. Zur selben Zeit schrieb er ,, Kabale und Liebe“ und ,,Verschwörung des Fiesko zu Genua“. Im Jahre 1783 wurde in Bonn ,,Verschwörung des Fiesko zu Genua“ Uraufgeführt und am 13.April wurde in Frankfurt am Main ,,Kabale und Liebe“ Uraufgeführt, kurze Zeit später wurden beide Stücke auch in Mannheim aufgeführt. Im Juli 1785 beginnt die Freundschaft mit Christian Gottfried Körner. Im Jahre 1786 erinnerte sich Schiller an die Gestalt des ,,Sonnenwirts“, die reizte ihn so sehr, dass er die Erzählung ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ schrieb. ,,Don Carlos“ wurde 1787 in Hamburg Uraufgeführt und von Juli 1787 bis Mai 1788 lernte er in Weimar Wieland, Herder, Knebel, Charlotte von Kalb und Corona Schröter kennen. Im Jahre 1788 arbeitete Schiller an der ,,Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande“, die im Herbst 1788 erschien. Am 7.September 1788 traf er zum ersten-Mal sein Vorbild Goethe in Weimar. Im Jahre 1789 wurde er als Professor für Philosophie nach Jena gerufen, die Antrittsvorlesung ,,Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ brachte den Hörsaal zum Überlaufen, und so wechselten die zahllosen Hörer zum größeren Saal. Im Dezember desselben Jahres schloss er Freundschaft mit Wilhelm von Humboldt. Am 22.Februar 1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld und im selben Jahr arbeitet er an der ,,Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs“, dessen zwei ersten Bücher im Oktober 1790 erschienen. Doch bereits 1791 erkrankte Schiller lebensgefährlich. Am 3. Januar erlitt er einen Zusammenbruch, krampfartigen Husten und zeitweilige Ohnmachten. Zwei Wochen später, aber auch noch im Mai, folgten weitere Anfälle. Er litt wahrscheinlich an Tuberkulose von der er sich nie wieder ganz erholte. Im Dezember desselben Jahres bot Ernst Heinrich Graf von Schimmelmann zusammen mit Friedrich Christian von Augustenburg Schiller zur Erleichterung der Lebenshaltung eine jährliche Pension von 1000 Talern an, die ihm fünf Jahre lang gezahlt wurde. 1792 verlieh der Pariser Nationalkonvent Schiller, dem ,,Sieur Gille“, das französische Bürgerrecht und Schiller beendete die ,,Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs“ und veröffentlichte sie, auch die Werke ,,Neue Thalia“ und ,,Über die tragische Kunst“ erschienen zur selben Zeit. 1793 hatte er starken Briefkontakt mit Körner über den Begriff des Schönen, den er in ,,Über Anmut und Würde“ veröffentlichte. Am 14.September 1793 wurde sein erster Sohn Karl Friedrich Ludwig geboren. Zu dieser Zeit schrieb er ,,Über das Erhabene, über die ästhetische Erziehung des Menschen“. Im Jahre 1794 lernte Schiller den Verleger Friedrich Cotta kennen, der sich bereit erklärte, die Monatszeitschrift ,,Die Horen“ und den ,,Musenalmanach“ herauszugeben. 1794 schaffte Schiller es sein Vorbild Goethe für Beteiligung an der Monatszeitschrift ,,Die Horen“ zu begeistern und es entstand eine Freundschaft zwischen den Beiden. 1795 erschien die Monatszeitschrift ,,Die Horen“ zum ersten-mal. Außerdem vollendete Schiller die Abhandlung ,,Über naive und sentimentalische Dichtung“. Am 11.Juli 1796 wurde Schillers zweiter Sohn Ernst Friedrich Wilhelm geboren. Im Jahre 1796 starben Schillers Schwester Nanette und sein Vater. Von 1796 bis 1800 gab Schiller die Literaturzeitschrift ,,Musenalmanach“ heraus. Die gemeinsam mit Goethe verfassten ,,Xenien“ und ,,Tabulae votivae“ wurden 1796 veröffentlicht. Als das „Balladenjahr“ bezeichnet man das Jahr 1797, da Schiller in diesem Jahr ,,Der Taucher“, ,,Der Handschuh“, ,,Der Ring des Polykrates“, ,,Der Gang nach dem Eisenhammer“ und ,,Die Kraniche des Ibykus“ veröffentlichte. Schiller begann mit der Entstehung ,,Wallenstein“ im Jahre 1797. Die Balladen ,,Die Bürgschaft“ und ,,Der Kampf mit dem Drachen“ erschienen 1798 und das ganze Jahr über arbeitete Schiller an ,,Wallenstein“ und besuchte Goethe in Weimar und bekam besuch von Goethes in Jena. Am 12.Oktober 1798 wurde ,,Wallensteins Lager“ in Weimar Uraufgeführt. Am 30.Januar 1799 wurde ,,Piccolomini“ und am 20.April wurde ,,Wallensteins Tod“ in Weimar Uraufgeführt. Im Sommer des Jahres begann er sein Werk ,,Maria Stuart“. Und am 11.Oktober 1799 wurde seine erste Tochter Caroline Luise Friederike geboren und im Dezember desselben Jahres zog die Familie Schiller nach Weimar. 1799 beendete er seine ,,Wallenstein“ Trilogie. Im Februar 1800 erkrankt Schiller an Nervenfieber. Im selben Jahr bearbeitet er Shakespeares ,,Macbeth“ und er beendet sein Drama ,,Maria Stuart“, das am 14.Juni 1800 in Weimar Uraufgeführt wurde. Und ,,Wallenstein“ erschien als Buchausgabe im Juni 1800. 1801 arbeitet Schiller an dem Drama ,,Die Jungfrau von Orléans“ und seinem Gedicht ,,Der Antritt des neuen Jahrhunderts“, beide erschienen 1801. ,,Die Jungfrau von Orleans“ wurde am 11.September in Leipzig Uraufgeführt. Im August 1802 beginnt er mit dem Drama ,, Die Braut von Messina“. Am 16. November 1802 wurde ihm das Adelsdiplom überreicht, er durfte sich von nun an Friedrich von Schiller nennen. Und im Jahre 1802 verstarb seine Mutter. Schiller beendete 1803 seine Arbeit an dem Drama ,,Die Braut von Messina“ und begann mit dem Drama ,,Wilhelm Tell“. Im selben Jahr wurde ,,Die Braut von Messina“ in Weimar Uraufgeführt. Am 18.Februar 1804 beendete er das Drama ,,Wilhelm Tell“, das am 17.März 1804 in Weimar Uraufgeführt wurde. Zur selben Zeit begann er mit seinem letztem Werk ,,Demetrius“, das er nie zu Ende schrieb. Am 25.Juli 1804 wurde seine zweite Tochter Emilie Henriette Luise geboren. Seit Februar 1805 war Schiller schwer erkrankt, doch er arbeitete weiter am ,,Demetrius“. Am 9.Mai 1805 starb Schiller in Weimar, vermutlich an einer Tuberkuloseerkrankung ausgelöst durch eine starke Lungenentzündung. Am 16. Dezember 1827 wurde er in der Fürstengruft des Weimarer Friedhofs bestattet.

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(Bildquelle: http://www.buecher-wiki.de/uploads/BuecherWiki/GoetheSchiller.jpg)
Das Bild zeigt das Schiller-Goethe-Denkmal in Weimar

1.2 Seine Werke

Schauspiele:

  • 1781: Die Räuber (darin das Hektorlied)
  • 1783: Kabale und Liebe
  • 1784: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
  • 1787: Körners Vormittag (szenischer Scherz, wohl zu Körners 31. Geburtstag aufgeführt)
  • 1787/88: Don Karlos (heute meist Don Carlos)
  • 1799: Wallenstein-Trilogie
  • 1800: Maria Stuart
  • 1801: Die Jungfrau von OrléansBuch.jpg
  • 1803: Die Braut von Messina
  • 1803/04: Wilhelm Tell
  • 1804: Die Huldigung der Künste
  • 1805: Demetrius (unvollendet)
(Bildquelle:http://www.bol.de/shop/home/artikeldetails/die_raeuber_reclam_universal_bibliothek_band_15/friedrich_schiller/ISBN3-15-000015-7/ID2903327.html)

Erzählprosa:

  • 1786: Der Verbrecher aus verlorener Ehre
  • Der Geisterseher (Fragment)
  • Eine großmütige Handlung

Lyrik:

  • ca.1781: Elegie auf den frühzeitigen Tod Johann Christian Weckherlins
  • 1786: Ode an die Freude
  • 1786: Resignation
  • 1788: Die Götter Griechenlands (erste Fassung)
  • 1800: Die Götter Griechenlands (zweite Fassung)
  • 1790: Hektors Abschied
  • 1795: Das verschleierte Bild zu Sais
  • 1795: Die Teilung der Erde
  • 1797: Der Taucher
  • 1797: Die Kraniche des Ibykus
  • 1797: Ritter Toggenburg
  • 1797: Der Handschuh
  • 1797: Der Gang nach dem Eisenhammer
  • 1798: Der Ring des Polykrates
  • 1798: Der Kampf mit dem Drachen
  • 1798: Die Bürgschaft
  • 1799: Das Lied von der Glocke
  • 1800: Nänie
  • 1800: Der Antritt des neuen Jahrhunderts
  • 1803: Das Siegesfest

Philosophische Schriften:

  • 1779: Philosophie der Physiologie
  • 1780: Über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen
  • 1782: Über das gegenwärtige deutsche Theater
  • 1782: Der Spaziergang unter den Linden
  • 1784: Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet
  • 1792: Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen
  • 1793: Augustenburger Briefe
  • 1793: Über Anmut und Würde
  • 1793: Kallias-Briefe
  • 1795: Über die ästhetische Erziehung des Menschen
  • 1795: Über naive und sentimentalische Dichtung
  • 1799: Über den Dilettantismus (zusammen mit Johann Wolfgang von Goethe)
  • 1801: Über das Erhabene

Historische Werke:

  • 1788: "Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung."
  • 1789/90: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? (Antrittsvorlesung am 26. Mai 1789)
  • 1790: Geschichte des dreißigjährigen Krieges

Übersetzungen und Nachdichtungen:

  • Euripides: Iphigenie in Aulis
  • Euripides: Scenen aus den Phönizierinnen
  • 1785: Denis Diderot: Jacques le fataliste et son maître, Teilübersetzung unter dem Titel: Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache
  • 1800: William Shakespeare: Macbeth
  • 1801: Turandot (nach Carlo Gozzi)
  • 1803: Der Neffe als Onkel (Lustspiel nach Louis-Benoît Picard)
  • 1803: Der Parasit oder Die Kunst, sein Glück zu machen (Lustspiel nach Picard)
  • 1805: Racine: Phèdre

Herausgegebene Zeitschriften:

  • Wirtembergisches Repertorium
  • Thalia
  • 1796-1800: Musenalmanach
  • 1795: Die Horen

2 Die Räuber

2.1 Die Hauptfiguren

Maximilian von Moor:

  • Graf und Vater von Karl und Franz
  • wird auch der alte Moor genannt
  • gottesfürchtig
  • empfindsam, psychisch labil
  • lässt sich leicht beeinflussen
  • unkritisch, manchmal naiv
  • wird depressiv, weil er glaubt Karl in den Tod getrieben zu haben
  • sieht Franz als letzten Hoffnungsträger
  • aus Furcht allein zu sein macht er sich zunehmend von seinem jüngsten Sohn abhängig
Franz von Moor:
  • zweitgeborener Sohn von Maximilian von Moor
  • Bruder von Karl
  • heimtückisch, treibt einen Keil zwischen seinen Vater und seinem Bruder Karl (mit Hilfe zweier selbstgeschriebenen Briefe)
  • fühlt sich benachteiligt gegenüber Karl, schon seit seiner Kindheit
  • ist neidisch auf Karl, da dieser die Gaben besitzt die er gern hätte
  • möchte so sein wie Karl und möchte alles besitzen was Karl gehört
  • herrschsüchtig, machthungrig, versucht alles zu zerstören was ihm in den Weg kommt
  • ist von seinem Selbsthass so erfüllt, dass er nicht fähig ist zu lieben empfindet für seinen Vater keine Zuneigung
  • nimmt sich was er möchte
  • verdrängt sein schlechtes Gewissen, er möchte nicht wahrhaben, dass es existiert. Träumt davon, dass er sich vor einem höheren Gericht für seine Taten verantworten muss
  • hat Angst, dass Gott existiert und sich für seine Taten an ihm rächen möchte
  • sein schlechtes Gewissen treibt ihn dazu zu Gott zu beten
  • feige, lässt seine Pläne von anderen ausführen, möchte sich umbringen lassen,als seine schlechten Pläne zu scheitern drohten, wählt den Tod durch die eigene Hand anstatt sich seinem Schicksal zu stellen
Amalia von Edelreich:
  • Geliebte von Karl, wird begehrt von Franz
  • sieht im alten Moor so etwas wie eine Vaterfigur, steht ihm bei und tröstet ihn
  • liebt Karl über alles, verehrt und betet ihn an und sieht in ihm den vollkommenen Menschen
  • bleibt Karl treu solange er weg ist
  • ist misstrauisch gegenüber Franz, sieht aber nicht das er ein falsches Spiel treibt
  • leidet an den Gefühlen zu Karl so sehr, dass sie nicht mehr leben möchte
Karl von Moor:
  • erstgeborener Sohn von Maximilian von Moor
  • Bruder von Franz
  • Thronfolger
  • Edelmann, trägt das Gute in sich, beliebt und erfolgreich, liebt seinen Vater und Amalia unaussprechlich
  • ist freiheitsliebend und voller Tatendrang
  • ist unzufrieden mit der Welt und sich selbst, er ist geprägt von festen Werten und strebt nach besserem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und ist gläubig
  • tiefe persönliche Verletzung (durch den Brief "des Vaters", der von Franz verfasst wurde, der ihm von seinem Vater und Zuhause verstoßen soll)
  • Verzweiflung (überstürzt gründet er eine Räuberbande und deren Anführer)
  • edler Räuber, idealistischer Rebell
  • mutiger Hauptmann
  • kühler Kopf
  • hat Intelligenz und Verstand
  • bringt selbstlos Opfer für die Gemeinschaft
  • hilft den Armen
  • rächt unschuldig Verfolgte
  • er ist auch durch Verzweiflung getrieben
  • grausam mordet
  • blutrünstig und rachsüchtig
  • kaltherzig
  • er bereut die schlimmen Taten seines Räuberdaseins und würde am liebsten alles ungeschehen machen, sehnt sich nach der "Unschuld " die er einmal hatte
  • er erkennt erst zum Schluss das volle Ausmaß seines Fehlverhaltens
  • er besinnt sich auf seine wahren Werte und erlangt durch Reue und Selbstauslieferung die innere Freiheit wieder zurück
Moritz Spiegelberg:
  • Mitglied der Räuberbande
  • größenahnsinnig, lebt in seiner eigenen Welt
  • hat die Idee zu Gründung der Räuberbande und möchte ihr Hauptmann sein
  • neidisch auf Karl, als dieser zum Hauptmann ernannt wird
  • brutal und gewissenlos (Überfall auf ein Kloster)
  • gerissen, bösartige Intelligenz
  • feige und ängstlich
  • machtbesessen (er möchte Hauptmann sein)
  • hinterlistig und intrigant (will seinen eigenen Hauptmann umbringen, mit der Hilfe von Razmann, einem der Räuber)
Die Räuber:
  • Die Mehrzahl der Räuber ist niederträchtig und gewalttätig
  • Sie rauben aus Habsucht und Mordlust
Diener Daniel:
  • Diener des alten Moors
  • herzensguter Mensch, geduldig und gläubig
  • für ihn ist die Loyalität gegenüber Franz wichtiger als die zu Gott
  • sein Liebling ist Karl
  • er ist die zweite Person die Karl trotz seiner Verkleidung erkennt

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(Bildquelle: http://www.detlev-mahnert.de/die_raeuber_figurenschema.jpeg)

2.2 Inhaltsangabe

Der alte Graf Maximilian von Moor hat zwei Söhne, Franz Moor der mit seinem Vater im Schloss in Franken wohnt und Karl Moor in Leipzig studiert. Amalia ist die Geliebte von Karl und Franz ist auf seinen Bruder eifersüchtig. Franz würde gern der nächste in der Erbfolge sein, aber Karl ist der älteste und auch der Lieblingssohn vom alten Moor und deshalb der nächst in der Erbfolge. Franz fälscht einen Brief von Karl an seinen Vater in dem stand dass Karl ein gesuchter Räuber sei. Der alte Moor war entsetzt und Franz brachte seinen Vater dazu dass er seinen Bruder antworten durfte. In einer Kneipe an den Grenzen von Sachsen sitzen Karl und sein Kommilitone Spiegelberg. Karl wollte sich für immer von seinen Freunden trennen und wieder zurück in seine Heimat kehren doch der Brief von seinem Vater, der von Franz geschrieben wurde, schockte ihn zu tiefst. Er sieht sich durch seine Liebe zum Vater betrogen. Seine Freunde beschließen zur gleichen Zeit im böhmischen Wald eine Räuberbande zu gründen. Karl ist wütend und tritt der Räuberbande bei und wird das Haupt der Räuberbande. Sie schwören sich gegenseitige Treue bis in den Tod. Im Schloss des alten Moors versucht Franz, Karl aus dem Herzen von Amalia zu reißen und sie für sich zu gewinnen. Amalia hat tiefstes Vertrauen in Karl und lässt Franz kalt stehen.Nach elf Monaten plant Franz seinen Vater zu töten, er will dass sein Vater durch Verzweiflung stirbt. Um seinen Plan zu verwirklichen machte er Hermann, einen Bastard, der ein heimlicher Verehrer von Amalia ist, Hoffnung hinsichtlich Amalia, aber nur wenn er dem alten Moor erzählt dass Karl sich aus Verzweiflung das Leben nahm. Hermann überbringt die Nachricht und der alte Moor ist zu tiefst erschüttert, er gibt Franz die Schuld an Karls vermeintlichen Tod. Hermann überbringt Amalia Karls letzten Willen, sie soll sie in Franz Obhut begeben. Der alte Moor ist so verzweifelt das er in eine schwere Ohnmacht fällt. Nun ist Franz Plan aufgegangen und er ist jetzt der alleinige Herrscher. Er präsentiert sich als boshafter Herrscher, der sein Volk in Armut und Furcht leben lassen will. Zur selben Zeit treiben die Räuber im böhmischen Wald ihr Unwesen. Spiegelberg trifft wieder auf die Räuber und berichtet von seinen Schandtaten. Während Spiegelberg grausame Verbrechen begeht, wie die der Schändung eines Klosters samt der Klosterschwester, erweist sich Karl als ,,ehrenhafter“ Räuber, der nicht ,,um des Raubes willen“ ( Akt 2, Szene 3, Zeile 21 Seite 64) mordet, sondern im Namen der Gerechtigkeit die Beute an Hilfsbedürftige verschenkt. Spiegelberg mahnt Razmann, Karl von seinen Taten nichts zu erzählen. Während Schwarzer herbeistürmt und von der Verhaftung und drohenden Todesstrafe Rollers berichtet, befreit Karl seinen liebsten Räuber und beweist ihm somit seine Treue. Während der Befreiung legen sie die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Karl erkennt, dass der Gewalt auch Unschuldige zum Opfer fallen. Er will fliehen, doch in diesem Moment sind die Räuber bereits von Soldaten umzingelt. Karl selbst hat zuvor diese Falle gestellt, um die Treue seiner Räuber zu testen. Die Räuber lehnten das Angebot der Freiheit im Gegenzug für die Auslieferung ihres Hauptmanns ab und kämpften sich durch die Umzingelung. Durch diesen Treuebeweis wird die Bindung zwischen Karl und den Räubern unzertrennlich.Amalia sing im Garten des Schlosses über ihre treue Liebe zu Karl, als Franz erschein und wiederholt um ihre Hand wirbt. Sie weist ihn wieder zurück, sogar mit Waffengewalt und sie beschließt in ein Kloster zu gehen, um sich vor Franz in Sicherheit zu bringen. Als sie gehen wollte kam Hermann und berichtete, dass sowohl Karl als auch der alte Moor am Leben seien. Bei dem letzten Gefecht ist auf Seiten der Räuber Roller ums Leben gekommen. Als Karl erfährt, dass von den Feinden insgesamt dreihundert Leute verstorben sind, ist er vor Verzweiflung außer sich und schwört den Räubern erneut ewige Treue. Der junge Graf von Kosinsky will den Räubern beitreten, wovon ihn Karl abzubringen versucht. Erst als der junge Graf erzählt, dass er einer Intrige zum Opfer gefallen ist, durch die er seine Geliebte namens Amalia verloren hat, nimmt Karl ihn spontan auf. Karl erinnert sich an seine Amalia und bricht mit seiner Bande nach Franken auf.Acht Tage später erreichen Karl und die Räuber die Gegend um das Moorische Schloss. Karl schwebt in Erinnerungen an seine glückliche Kindheit in dieser Umgebung. Zusammen mit Kosinsky geht er in das Schloss, dort meldet er sich als Graf von Brand mit seinem Reitknecht Kosinsky.Nachdem in der Zwischenzeit ein Essen zwischen Amalia, dem Grafen von Brand und Franz stattgefunden hat, bei dem von Brand geäußert hat, dass er den alten Moor gekannt habe, führt Amalia den Gast durch die Ahnengalerie. Karl erkennt sofort das Bild seines Vaters und ist zu Tränen gerührt. Als sie vor Karls eigenem Bild stehen, bemerkt er an den Tränen Amalias, dass ihre Liebe zu ihm noch vorhanden ist. Die Begeisterung Amalias für den Gast von Brand macht Franz misstrauisch und er erkennt das von Brand sein verhasster Bruder ist. Er will seinen Plan zu Ende bringen und seinen Bruder beseitigen, dafür braucht er die Hilfe des alten Dieners Daniel. Franz befiehlt Daniel, von Brand zu vergiften.Daniel trifft den Grafen von Brand und erkennt in dem Fremden Karl, den rechtmäßigen Erben. Daniel berichtet von Franz Intrige und seinem Mordbefehl. Karl ist schockiert und beschließt einen Bruder noch einmal davon laufen zu lassen, aber er möchte sich noch einmal mit Amalia treffen und dann das Schloss so schnell wie möglich verlassen.Im Garten des Schlosses trifft Karl auf Amalia. Amalia fühlt sich zu dem Fremden hingezogen, sie hat noch nicht erkannt, dass der Fremde ihr Geliebter Karl ist. Er versichert sich in einem Gespräch der treuen Liebe Amalias und erzählt ihr dass er auch eine Geliebte namens Amalia hat, aber wegen Mordschuld auf keine Erlösung hoffen könne. Amalia ist sich sicher dass ihr Karl zu solchen Taten nicht fähig sei und das er nicht einmal eine Fliege leiden sehen könne. In Gedanken an ihren Geliebten singt Amalia das Hektorlied, Karl nimmt die Laute und singt einen Vers, dann flieht er.In der Nacht singen die Räuber ein Räuberlied, um Gemeinschaft und Zusammenhalt zu beschwören. Da Karl immer noch abwesend ist schmiedet Spiegelberg zusammen mit Razmann einen Mordplan, damit Spiegelberg der Anführer der Bande wird. Schweizer, Karls treuester Räuber belauscht die beiden und ersticht Spiegelberg. Als Karl und Kosinsky zur Bande stoßen deutet er den Tod als Zeichen des Schicksals, das ihm auch droht. Karl ist verzweifelt und denkt sogar an Selbstmord doch er will sich seinem Schicksal stellen. In der finsteren Nacht begegnet ihm Hermann, der dem im Burgverließ eingesperrten alten Moor Essen bringt. Karl erkennt seinen Vater und befreit ihn. Dieser erzählt, ohne zu wissen dass vor ihm sein Sohn steht, von Franz heimtückischen Taten. Karl schwört Rache an Franz. Er schickt Schweizer mit einigen anderen Räubern zum Schloss, um Franz lebend zu ergreifen.Daniel hat den Befehl Karl zu töten nicht ausgeführt und will jetzt das Schloss verlassen, als Franz im Schlafrock herein stürmt. Franz hat Angst dass die Toten Rache an ihm nehmen. Er lässt sich den Pastor Moser kommen. Dieser nennt Bruder-und Vatermord als größte Todessünde. Franz versucht zu betten, da stürmen Schweizer und seine Gehilfen das Schloss und setzen es in Brand. Franz verlangt von Daniel ihn mit dem Degen zu töten. Als Daniel dies verweigert erdrosselt sich Franz mit seiner Hutschnur. Schweizer stürmte herein, als er aber sah dass Franz bereits Tod ist und er somit seinen Auftrag nicht ausführen kann, erschießt er sich. Im Räuber Lager wartet Karl gespannt auf die Gefangennahme seines Bruders. Der alte Moor hat Karl immer noch nicht erkannt und bittet um Verzeihung für Franz und sich selbst. Karl erfährt nun, wie sehr ihn sein Vater stets geliebt hat. Kurz darauf erfährt er von Franzens und Schweizers Tod. Die Räuber bringen Amalia zum Lager. Amalia erkennt in dem Hauptmann Karl und überschüttet ihn mit Liebesbekundungen. Karl deckt seinem Vater seine doppelte Identität auf, er sei sowohl sein Sohn und Retter als auch Räuberhauptmann und Mörder. Der alte Moor ist so geschockt von dieser Erkenntnis, dass er stirbt. Amalia will jedoch bei Karl bleiben. Die Räuber berufen sich auf den geleisteten Treueid und verlangen von Karl Amalia zu töten. In tiefer Verzweiflung tötet er Amalia und er ist durch diese Tat von den Räubern befreit. Er bereut seine Taten und will sich der Justiz stellen und das auf seinen Kopf ausgesetzte Kopfgeld, einem armen Tagelöhner mit elf Kindern zukommen lassen.

3 Sturm und Drang


Zeitliterarischer Hintergrund

Schiller schrieb „Die Räuber“ wärend der Sturm und Drang Bewegung, die sich von dem gleichnamigen Drama von Friedrich Maximilian Klinger ableitet. Diese Bewegung ist zwischen 1767 bis 1785 entstanden. Es war eine große Revolte der Jugend seiner Zeit und ist einmalig, indem es durch mehrere begabte Jugendliche in Deutschland während einer ungewöhnlich kurzen Zeitspanne ausgeführt wurde. Die Bewegung wendete sich gegen die Vorstellungen und Werte des achtzehnten Jahrhunderts, gegen die Einseitigkeiten der Aufklärung, gegen den Rationalismus, die Regelgläubigkeit und das einseitige Menschenbild. Autoren wie Goethe, Schiller, Klinger und Wagner haben gegen diese Normen rebelliert. Als Leitideen dieser Bewegung stehen die Selbsterfahrung, die Befreiung des Individuums, die Betonung des Gefühls, der Sinnlichkeit und der Spontanität gegenüber dem Verstand. Zudem wird die Natur als Urquelle alles Lebendige und Schöpferische verstanden und interpretiert (vergleichbar mit Goethe´s „Die Leiden des jungen Werther“). Die Charaktermerkmale des Menschen, zum Beispiel Gefühl, Vorstellungskraft und Leidenschaft sind jetzt verherrlicht worden. Philosophie und Regeln wurden zu Gunsten von Gefühl und Spontaneität verworfen. Es entstand vielseitige Kreativität. In der Sturm und Drang Bewegung wurde die ganze Bevölkerung dazu aufgerufen sich von der feudalabsolutistischen und kirchlichen Bevormundung zu befreien. Dabei standen eben die politischen Ziele der Dichter, wie auch „Die Räuber“ von Schiller, im krassen Gegensatz zu der wirklichen Situation Deutschlands. Denn das Bürgertum war noch zu unterentwickelt um auf revolutionärem Weg für eine einheitliche Nation zu kämpfen, da Deutschland zu dieser Zeit aus vielen kleinen Fürstentümern bestand. Die Hauptform der Dichtung in der Bewegung des Sturm und Drang stellte das Drama dar. Die hochste Steigerung des Individuellen und Naturhaften ist das Genie. Das immer wiederkehrende Thema war der Konflikt des Naturgenies, der nach Freiheit strebenden, widerspenstigen Jugend, mit den Schranken der bestehenden Weltordnung, die die handelnden Personen als Aufrührer und Verbrecher erscheinen ließ. Das Vorbild dieser Bewegung wurde Shakespeare.

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( Bildquelle: http://www.stud.fernuni-hagen.de/q5232694/home/mmsturm.htm )


Kurze Beschreibung der Elemente des Sturm und Drang im Vergleich mit Die Räuber
Die zentralen Begriffe von Sturm und Drang sind die Ekstase von Emotion und Passion, grenzenlose Bejahung der Natur, eine vielfältige Idee von Freiheit mit psychologischen, sozialen, moralischen oder politischen Bedeutungsumfängen. Die Autoren haben sich auf historische Traditionen konzentriert: auf Homer(Antiker Dichter), auf Volkslieder und auf populäre Geschichte. Literatur hat die ,,kleine Welt” des Volks, die Alltagswelt, in den Vordergrund gebracht, zusätzlich zu moralischen Fragen und sozialen Schwierigkeiten, die begründet waren in der damaligen Klassengesellschaft. Es gab auch eine starke psychologische Orientierung in der Bewegung: ein wesentliches Interesse für Menschen und ihre Leidenschaften, die die Gründe für ihre Triumphe und ihren Ruin waren. Die Weltanschauungen von Sturm und Drang waren hauptsächlich tragisch: das prometheische Genie, das oft dargestellt wurde, wurde meist durch eine Welt der Mittelmäßigkeit ruiniert. Das tragische Ende scheint ein notwendiger Teil des Wegs zur Größe zu sein.



Quellen

Herforth, Maria-Felicitas: Königs Erläuterungen und Materialien Band 28 Friedrich Schiller Die Räuber.
Hollfeld: C.Bange-Verlag 1.Auflage 2003
Schiller, Friedrich: Die Räuber. Ein Schauspiel.
Stuttgart: Phillipp Reclam jun., 2001 (RUB Nr.15)
Venzke, Andreas: Schiler und die Freiheit des Geistes.
Würzburg: Arena Bibliothek des Wissens 1.Auflage 2009
Conradi-Bleibtreu, Ellen: Die Schillers.
Münster: Aschendorffische Verlagsbuchhandlung GmbH und Co.
Pleticha, Heinrich: dtv junior Literatur-Lexikon.
Berlin-Schmargendorf: Cornelsen Verlag/ dtv junior
Schiller bei wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller
Schiller bei wissen-im-Netz.info: http://www.wissen-im-netz.info/literatur/schiller/
Schiller bei literaturwelt.com: http://www.literaturwelt.com/autoren/schiller.html