Die Weber
von Gerhart Hauptmann
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Inhaltsverzeichnis:
1 Gerhart Hauptmann
1.1 Biografie
1.2 Wer war Gerhart Hauptmann
1.3 Persönlichkeitsbezug des Buches auf Hauptmann

2 Epoche Naturalismus
2.1 Bedeutung
2.2 Historischer Hintergrund
2.3 Herausbildung des Naturalismus

3 Informationen zum Werk
3.1 Textsorte
3.2 Inhalilicher Aufbau
3.3. Spachstiel bzw. Schreibstiel
3.4. Historische HintergrĂŒnde
3.5. Hauptfiguren
3.6 BerĂŒhmteste Werke

4.Inhaltsangabe



Gerhart Hauptmann

Dramatiker, Schriftsteller

(1.1) Biografie:

1862
15. November: Gerhart Hauptmann wird in Ober-Salzbrunn (Schlesien) als Sohn des Hotelbesitzers Robert Hauptmann und dessen Frau Maria (geb. StrÀhler) geboren.
1878/79
Nach dem Besuch der Realschule in Breslau beginnt er eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Rittergut eines Onkels in Schlesien.
1880
Oktober: Eintritt in die Bildhauerklasse an der Breslauer Königlichen Kunst- und Gewerbeschule.
1881
Herbst: Verlobung mit der Großkaufmannstochter Marie Thienemann, die Hauptmanns Lebensunterhalt sichert.
1883
Nach einer Mittelmeerreise lĂ€ĂŸt er sich in Rom als Bildhauer nieder.
1884
Eintritt in die Zeichenklasse der Königlichen Akademie in Dresden.
1885
Heirat mit Thienemann, mit der er drei Söhne hat. Das Paar zieht nach Erkner (bei Berlin), wo er Kontakt mit dem naturalistischen Berliner Dichterverein "Durch" pflegt.
1887
Die Novelle "BahnwÀrter Thiel" entsteht.
1889
April: GrĂŒndung des Vereins "Freie BĂŒhne", der zahlreiche Werke Hauptmanns in nichtöffentlichen und daher zensurfreien Vorstellungen urauffĂŒhrt.
Oktober: Skandalumwitterte UrauffĂŒhrung des sozialkritischen Dramas "Vor Sonnenaufgang" durch die "Freie BĂŒhne". Das Drama macht Hauptmann zu einem der fĂŒhrenden Dramatiker der Moderne.
1892
Nach einer Reise ins schlesische Webergebiet stellt er sein bedeutendstes Werk, das gesellschaftskritische Drama "Die Weber", zunĂ€chst im schlesischen Dialekt als "De Waber" fertig. Kaiser Wilhelm ll kĂŒndigt nach der UrauffĂŒhrung im Deutschen Theater seine dortige Loge, außerdem wird die AuffĂŒhrung durch den Berliner PolizeiprĂ€sidenten verboten.
1893
UrauffĂŒhrung der Komödie "Der Biberpelz" und der dramatischen Traumdichtung "Hanneles Himmelfahrt".
Durch die Bekanntschaft mit der Musikstudentin Margarete Marschalk kommt es zu einer Ehekrise.
1894
Nach einer Reise mit seiner Ehefrau in die USA trennt sich das Ehepaar Hauptmann.
1896
Januar: Verleihung des Grillparzer-Preises in Wien, den er noch zwei weitere Male erhÀlt.
Oktober: Wilhelm II. weigert sich, Hauptmann den Königlichen Schillerpreis zu verleihen.
1901
Übersiedlung nach Agnetendorf (Riesengebirge), das im Wechsel mit Berlin, Hiddensee und spĂ€ter Italien zum stĂ€ndigen Wohnsitz wird.
1904
Scheidung von seiner Frau. Heirat mit Margarete Marschalk. Das Paar hat einen Sohn.
1910
Sein erstes großes episches Werk "Der Narr in Christo Emanuel Quint" erscheint in der "Neuen Rundschau".
1911
13. Januar: Im Lessing Theater in Berlin wird sein Schauspiel "Die Ratten" uraufgefĂŒhrt.
1912
Verleihung des Nobelpreises fĂŒr Literatur.
1913
AuffĂŒhrung des ersten Hauptmann-Films "Atlantis", dem viele weitere Verfilmungen seiner Werke folgen.
1918
November: Im "Berliner Tageblatt" wird eine von zahlreichen Intellektuellen und KĂŒnstlern unterschriebene ErklĂ€rung Hauptmanns veröffentlicht, in der die Bereitschaft der Kunstschaffenden bekundet wird, am Neuaufbau mitzuwirken. Hauptmann beginnt, sich aktiv fĂŒr die junge Republik einzusetzen.
1922
11.-20. August: In Breslau finden die Gerhart-Hauptmann-Festspiele statt.
1924
Ehrenmitgliedschaft in der Akademie der bildenden KĂŒnste in Wien sowie Verleihung des Ordens Pour le MĂ©rite (Friedensklasse).
1932
Letzte UrauffĂŒhrung eines seiner Dramen in Deutschland zu seinen Lebzeiten mit dem symbolischen Titel "Vor Sonnenuntergang".
Bei einer Reise in die USA erhĂ€lt er die EhrendoktorwĂŒrde der Columbia University und wird vom amerikanischen PrĂ€sidenten im Weißen Haus empfangen.
1933
Zur EnttĂ€uschung vieler Ă€ußert sich Hauptmann nicht zum Nationalsozialismus und zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurĂŒck. Seine Werke werden weiter veröffentlicht, aufgefĂŒhrt und verfilmt.
1937
Die Autobiographie "Das Abenteuer meiner Jugend" erscheint.
1940
Beginn der sogenannten Atriden-Tetralogie, die als PortrÀt der nationalsozialistischen Zeit gilt.
1946
6. Juni: Gerhart Hauptmann stirbt in Agnetendorf und wird spÀter in Kloster auf Hiddensee beigesetzt.

Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HauptmannGerhart/index.html


(1.2) Wer war Gerhart Hauptmann
Gerhart Hauptmann war ohne Zweifel der bedeutendste naturalistische Dichter und einer der wichtigsten WortfĂŒhrer der literarischen Revolution des Naturalismus im 19. Jahrhundert.
Er zeichnete sich besonders durch ein prÀzises, wissenschaftlich- reales Beschreiben der Wirklichkeit aus, wobei er vor allem die LebensumstÀnde in der damaligen Zeit kritisch und akribisch betrachtete.
Außerdem war er ein eindringlicher VerkĂŒnder des sozialen Mitleids.

Quellen: http://www.gerhart-hauptmann-realschule.de/index.php?seite=gerhart-hauptmann&sprache=de
http://www.referate10.com/referate/Literatur/31/Das-dramatische-Werk-Gerhart-Hauptmanns-reon.php

(1.3) Persönlichkeitsbezug des Buches auf Hauptmann
Das Schicksal der Weber in Schlesien war Hauptmann bereits aus der eigenen Familiengeschichte bekannt. Sein Urgroßvater und sein Großvater arbeiteten als Weber. Hauptmanns Vater erzĂ€hlte seinem Sohn von deren Erlebnissen.
1844 hatten sich die schlesischen Weber gegen ihre Ausbeutung erhoben. Der Aufstand war zwar nicht erfolgreich, doch war er in der deutschen Literatur immer noch prĂ€sent. Hauptmann wollte dieses Ereignis in eine dramatische Form bringen. Grund dafĂŒr war vermutlich, dass Hauptmann MissstĂ€nde aufzeigen und zum Wiederaufleben der 1844 gescheiterten Revolution aufrufen wollte.
Hauptmann befragte fĂŒr sein geplantes TheaterstĂŒck Überlebende des Aufstandes. Sprachlich sollte das Drama die schlesische Mundart wiedergeben. Hauptmann betrachtete einen Dialekt nicht als humoristisches Beiwerk in einem TheaterstĂŒck. Die Sprache diente Hauptmann dazu, RealitĂ€t darzustellen.

Quellen: http://www.meinebibliothek.de/Texte6/html/hauptmann12.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weber


Epoche Naturalismus


(2.1) Bedeutung
Der Naturalismus ist eine Strömung in Literatur und Theater von etwa 1880 bis ins 20. Jahrhundert, bei der die Wirklichkeit exakt abgebildet wird, ohne jegliche AusschmĂŒckungen oder subjektive Ansichten. Dabei wurden besonders die LebensumstĂ€nde in der damaligen Zeit kritisch und akribisch betrachtet.
Der Naturalismus gilt auch als Radikalisierung des Realismus.
Ziel war aber nicht nur die unzensierte radikale Sicht auf die Wirklichkeit sondern auch dem Ungeschliffenen, Unterprivilegierten, „HĂ€sslichen“ einen Platz in der Kunst zu verschaffen.
Dadurch war der Naturalismus nicht nur eine einfache literarische Stilrichtung sondern vielmehr eine Revolution in der Literatur.

(2.2) Historischer Hintergrund

Zu Beginn der 1880er Jahre kam es zu großen Fortschritten und Weiterentwicklungen in den Wissenschaften. Z.B. 1884 wurde die Dampfturbine, 1887 die Schallplatte und 1893 der Dieselmotor erfunden.
Bestimmend fĂŒr die innen- und außenpolitische Entwicklung war Reichskanzler Bismarck. Im Deutschen Reich und in Europa wurde durch ihn eine gewisse StabilitĂ€t geschaffen, die erst wieder abnahm, als Bismarck 1890, wegen politischen Differenzen mit dem neuen Kaiser Willhelm II., zurĂŒcktreten musste.
Dieser Vormarsch der Technik und damit auch der Naturwissenschaften hatte zur Folge, dass die Naturwissenschaft durch die neuen bedeutenden Errungenschaften stark an Bedeutung gewann. Diese neue Bedeutung der Naturwissenschaften wirkte sich auf das Denken der Leute aus wodurch auch die Literatur beeinflusst wurde. Es entstand die Bewegung des Naturalismus.

(2.3) Herausbildung des Naturalismus

Die Strömung des Naturalismus lĂ€sst sich in drei wesentliche Abschnitte gliedern: den FrĂŒhnaturalismus (1880-1889), den Hochnaturalismus (1889-1895) und den Zerfall des Naturalismus (1895-heute). (Es ist jedoch zu beachten, dass die Perioden ineinander ĂŒberfließen und die Strömung insgesamt schließlich ganz zerfließt.)
Im Deutschland bildeten sich zwei Zentren heraus: MĂŒnchen und Berlin. Zwei Jahre geben in der Entwicklung des Naturalismus einen entscheidenden Einschnitt: 1885 und 1889.
Der erste entscheidende Einschnitt war die GrĂŒndung der MĂŒnchener Zeitung Die Gesellschaft 1885, mit der Veröffentlichung der Gedichtsammlung Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. von Arno Holz. Der zweite entscheidende Einschnitt war die GrĂŒndung der Freien BĂŒhne 1889 in Berlin, mit Hauptmanns Premiere Vor Sonnenaufgang.

Quellen: http://www.literaturwelt.com/epochen/natural.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturalismus_%28Literatur%29


Informationen zum Werk
(3.1) Textsorte:
Bei Gerhart Hauptmanns Werk „die Weber“ handelt es sich um ein Soziales Drama.

(3.2) Inhaltlicher Aufbau:
Hierbei thematisiert der fĂŒhrende deutsche Vertreter des Naturakismus die menschenunwĂŒrdigen LebensverhĂ€ltnisse einer Gruppe schlesischer Weber und einen spontanen revolutionĂ€ren Aufstand gegen die Verantwortlichen ihres Schicksals, wobei er eine ganze soziale Schicht zu Protagonisten des StĂŒckes macht, um so die sozialen und politischen Dimensionen des Konflikts zu verdeutlichen.

(3.3) Schreibstiel:
Die moderne dialektische Dramenform mit seiner Sprache, Situationen und den realistischen „Volkstypen“ waren geprĂ€gt durch den neuen naturalistischen Schreibstiel. Durch diese neue Formorientierung verĂ€nderte Hauptmann die Struktur des Tragischen in dem Maße, dass der Held durch das Vordringen der Massenproblematik in die passive Rolle gedrĂ€ngt wird und nur noch jeweils eine Gruppe zu reprĂ€sentieren hat. Tragik wird nicht mehr im individuellen Sprechen der Einzelperson ausgedrĂŒckt, sondern aus distanzierter epischer Sicht gezeigt, wobei die Verwendung des Dialekts diesen Abstand sichtbar macht. Dieser Schreibstiel wurde damals als revolutionĂ€r aufgefasst. Eine andere Besonderheit war, dass Hauptmann bei den Webern darauf verzichtete, herausragende Charaktere zu schaffen. Trotzdem lies er in seinem StĂŒck keine gesichtslosen Massen aufeinander prallen. Die Handlung orientiert sich an dem Schicksal mehrerer Personen. Dieses Fehlen von herausragenden Hauptpersonen (Helden) war zu dieser Zeit im deutschen Theater unbekannt.

(3.4) Historische HintergrĂŒnde:
Die historischen VorgĂ€nge, die Hauptmann seiner Dichtung zugrunde legt, ist der Weberaufstand 1844. Grund fĂŒr den Aufstand war die Ausbeutung und extreme Verarmung der Werber. Grund dafĂŒr war, dass mit dem Bevölkerungsanstieg des 16. und 18. Jahrhunderts auch zunehmend die Schicht von landloser bzw. landarmer Landbevölkerung, die das karge Einkommen durch eine nichtlandwirtschaftliche TĂ€tigkeit aufstocken musste stieg. Hierzu gehörten auch die WebtĂ€tigkeiten als Auftragsprodukte fĂŒr die Verleger (Kapitalgeber).
Der Verlust auslÀndischer AbsatzmÀrkte im Zusammenhang mit der Kontinentalsperre und der englischen Seeblockade, der Einbruch englischer Fabrikware nach dem Ende der Kontinentalsperre, der Ausfall binnenlÀndischer Nachfrage im Gefolge von Agrarkrisen, die fortschreitende Industrialisierung mit ihren Billigprodukten verschÀrfen die Situation.
Die an die Weber gezahlten Löhne sanken kontinuierlich. Es kam zum Interessenkonflikt der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Die Verleger trachteten nach einer Profitmaximierung bzw. Erhaltung, die letztlich durch niedrige Produktionskosten erreicht werden sollte. Dadurch wurde die wirtschaftliche Situation der Weber immer schlechter.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weber#Interpretation
http://www.meinebibliothek.de/Texte6/html/hauptmann12.html
PDF-Auszug aus Kindlers Literaturlexikon: „Die Weber“

(3.5) Hauptfiguren :
  • Dreißiger Parchentfabrikant
  • Seine Angestellten:
  • Pfeifer, Expedient
  • Neumann, Kassierer
  • Johann, Kutscher
  • Weinhold, Hauslehrer

  • Kittelhaus, Pastor
  • Kittelhaus, Frau Pastor
  • Heide, Polizeiverwalter
  • Gendarm, Kutscher
  • Welzel, Gastwirt
  • Welzel, Frau
  • Welzel, Anna
  • Wiegand, Tischler
  • Der Alte Wittig, Schmied
  • Hornig, Lumpensammler

  • die Weber:
  • BĂ€cker
  • Moritz JĂ€ger
  • Familie Baumert
  • der alte Ansorge
  • Familie Hilse
  • Heiber


(3.6) BerĂŒhmteste Werke:

  • BahnwĂ€rter Thiel (1888)
  • Vor Sonnenaufgang (1889)
  • Das Friedensfest (1890)
  • Die Weber (1893)
  • Der Biberpelz (1893)
  • Fuhrmann Henschel (1898)
  • Rose Bernd (1903)
  • Und Pippa tanzt (1906)
  • Die Ratten (1911)
  • Der Ketzer von Soana (1918)
  • Vor Sonnenuntergang (1932)
  • Das Abenteuer meiner Jugend (1937)
  • Atriden-Tetralogie (1940 - 1944)

Quelle: http://www.dieterwunderlich.de/Gerhart_Hauptmann.htm
Buch: Die Weber


Inhaltsangabe:

Das soziale Drama Die Weber von Gerhart Hauptmann erschien zunÀchst 1892 als
„De Waber“ in Dialektfassung und kurz danach als „Die Weber“ in einer dem Hochdeutsch angenĂ€herten Fassung. Die UrauffĂŒhrung war am 26. Februar 1893 im Neuen Theater Berlin. Die erste öffentliche AuffĂŒhrung war am 25. September 1894 im Deutschen Theater Berlin.
In dem Drama geht es um das Elend und den Aufruhr der schlesischen Leinenweber gegen die Fabrikanten.
Der erste Akt gibt eine allgemeine Charakteristik der Situation.
Die Weber liefern im Hause des Fabrikanten Dreißiger ihr gewebtes ab und nehmen ihren Hungerlohn in Empfang. Der Profitgier des Unternehmers steht auf der Seite der Lohnarbeiter die Angst vor dem Verlust ihrer AuftrĂ€ge gegenĂŒber. Der offen revolutionĂ€re Ton, den der „rote BĂ€cker“ anschlĂ€gt, rĂŒckt einen gewaltsamen Konflikt in greifbare NĂ€he.
Der zweite Akt stellt der Massenszene des ersten die intime Familienszene gegenĂŒber: Die Auswirkungen des Weberelends werden am Beispiel einer betroffenen Familie vorgefĂŒhrt.
In einer winzigen Stube dreht die alte, vom „Reißen“ bewegungsunfĂ€hige Mutter Baumert noch das Spinnrad, wĂ€hrend die beiden Töchter am Webstuhl sitzen und der vierjĂ€hrige Enkel vor Hunger weint. Es gibt kein Brot, kein Salz, kein Holz und keine Kohle im Haus. Alle warten auf den alten Baumert, der Ware abgeliefert hat und Lebensmittel mitbringen wird. Als er endlich kommt, ist Moritz JĂ€ger bei ihm, ein junger Weber, der seinen MilitĂ€rdienst abgeleistet hat. Der ehemalige Tunichtgut besitzt eine silberne Uhr und zehn Taler und gilt damit als reicher Mann von Welt. Die Weber sehen in ihm einen AnfĂŒhrer, nachdem er ihnen ihre Lage bewusst gemacht und die verzweifelten Weber mit dem sogenannten Dreißicherlied begeistert und angespornt hat. Der Wunsch nach Verbesserung der Lage wird immer grĂ¶ĂŸer.
Die zunehmende Unruhe unter den Webern veranlasst die Behörden, das Weberlied zu verbieten, wodurch sie erbitterte Reaktionen der Betroffenen auslösen.
Der Aufruhr steigert sich im dritten Akt. Der rote BĂ€cker und Moritz JĂ€ger kommen mit einer Schar Weber in die Dorfschenke. Sie sind auf dem Weg zum Fabrikanten Dreißiger, um höhere Löhne zu fordern, und singen das verbotene „Blutgericht“.
Die revolutionÀre Stimmung schlÀgt im vierten Akt in Aktion um.
Im Salon des Fabrikanten haben sich der Pastor und der Hauslehrer zu einem Kartenspiel eingefunden. Als wieder das Blutgericht ertönt, lĂ€sst Dreißiger den AufrĂŒhrer Moritz JĂ€ger festnehmen. Die aufgebrachte Menge befreit ihn, verprĂŒgelt Verwalter und Gendarm und Misshandelt schließlich auch den Pastor Kittelhaus, der vermitteln will. Dann stĂŒrmen die Rebellen die Villa, wĂ€hrend Dreißiger mit seiner Familie flieht.
Der Schlussakt zeigt aus der privaten Perspektive der Familie Hilse die Entfaltung des Aufstandes. Hierbei befindet man sich wieder in einer Ă€rmlichen WeberhĂŒtte. Dort lebt der streng glĂ€ubige alte Hilse mit seiner Blinden, fast tauben Frau, seinem epileptischen Sohn Gottlieb, der Schwiegertochter Luise und der sechsjĂ€hrigen Enkelin Mielchen. Als der Lumpensammler Hornig von dem Weberaufstand in Peterswaldau berichtet, kann der gottesfĂŒrchtige Mann nicht glauben, dass Menschen seiner Art plĂŒndern.
Inzwischen ist der Zug der Rebellen in Langenbielau angekommen. Dort setzt er das Zerstörungswerk am Besitz des Fabrikanten Dittrich fort. Die Weber sind in einer Art Rauschzustand, denken nur noch an Rache, ans Fressen und Saufen. Sie kommen auch in Hilses Haus, um den geachteten Mann zur Teilnahme aufzufordern. Luise folgt ihnen.
Hilse lĂ€sst sich nicht in diesen chaotischen Aufstand hineinziehen, obwohl er die Fabrikanten hasst. Er weiß, dass am Ende die Weber den kĂŒrzeren ziehen mĂŒssen. Außerdem billigt er Gott allein die Rache zu. Das Buch endet damit, dass Hilse als Unbeteiligter in seinem Webstuhl vor dem Fenster von dem draußen, auf die Weber schießendem MilitĂ€r, von einer Kugel tödlich getroffen wird und kurz danach Hurra-Rufe der Weber ihren Sieg ĂŒber das MilitĂ€r ankĂŒndigen. Hier bricht die Handlung ab. Das Ende bleibt offen.

Mir GefĂ€llt das Buch gut, da es sehr anschaulich und mitreißend das Leid und die revolutionĂ€ren VorgĂ€nge im leben der Weber veranschaulicht.

Quellen: PDF-Auszug aus Kindlers Literaturlexikon: „Die Weber“
http://www.referate10.com/referate/Literatur/31/Das-dramatische-Werk-Gerhart- Hauptmanns-reon.php