external image effibriest.jpg



Effi Briest von Theodor Fontane

Inhaltsverzeichnis

                          1. Angaben zum Autor
                          2. Inhalt
                          3. Charakteristik
                          4. Form und Sprache
                          5. Epoche





Theodor Fontane_external image theodor-fontane.jpg

  • 1819 wird Fontane am 30. Dezember in Neuruppin geboren.
  • 1827 ziehen die Fontanes nach SchwinemĂŒnde dort besucht Theodor die Stadtschule und spĂ€ter wird er von Hauslehrern unterrichtet.
  • 1832 besucht er dann das Gymnasium in Neuruppin.
  • 1833- 1836 Fontane kommt in die Friedrichswerdersche Gewerbeschule in Berlin die er 1836 mit dem EinjĂ€hrigenzeugnis verlĂ€sst.
  • 1836- 1844 fĂ€ngt Theodor Fontane eine Lehre als Apotheker in der Apotheke " Zum Weißen Schwan" an. Er arbeitet bis 1844 in verschiedenen Apotheken in Magdeburg, Berlin, Leipzig und Letschin.
  • 1847 ist er dann Apotheker erster Klasse".
  • ab 1. April 1844 ist Fontane Freiwilliger im Gardegrenadierrigment bei Kaiser Franz in Berlin.
  • Mai/Juni 1844, 1852 und 1855- 1859 , Fontanes erste Reise nach London. Ihr Folgen weiterer Aufenthalte 1852 und 1855- 1859.
  • 8. Dezember 1845 verlobt sich Fontane mit Emilie Rouanet- Kummer der er zehn Jahre zuvor zum ersten Mal begegnet war.
  • 16. Oktober 1850 ist dann die Hochzeit von Fontane und Emilie Rouanet- Kummer.
  • 1848 nimmt Fontane an den StraßenkĂ€mpfen und in Berlin teil und wird als Wahlmann fĂŒr den preußischen Landtag aufgestellt.
  • 1849 versucht sich Fontane als freien Schriftsteller. In den folgenden Jahren ist Fonatne Publizist, Kritiker, Herausgeber und Pressekorrespodent.
  • 1851 kommt George Emilie zur Welt.
  • 1855 wird Sohn Theodor geboren.
  • 1855 arbeitet Theodor Fontane in London publizistisch und schriftstellerisch.
  • 1859 kehrt die Familie zurĂŒck nach Berlin. Fontane ĂŒbernimmt dort die mĂ€rkische Wanderung.
  • 1860 wird Tochter Martha geboren. Fontane fĂ€ngt in der Kreuzzeitung an zu arbeiten.
  • 1864 wird Sohn Friedrich geboren. Im selben Jahr reist Fontane ins Kriegsbegiet um Kopenhagen und Husum in DĂ€nemark.
  • 1866 besucht Fontane weiter KriegsschauplĂ€tze.
  • Im September 1870 reist Fontane als Kriegsberichtstatter nach Frankreich. Im Oktober wird er dann festgenommen und reist im Dezember nach seiner Freilassung wieder zurĂŒck nach Berlin.
  • 1874 ist Fontane mit seiner Frau in Italien unterwegs, und 1875 reist er durch Oberitalien und die Schweiz. 1876 wird Fontane stĂ€ndiger SekretĂ€r an der Akademie der KĂŒnste in Berlin. Er kĂŒndigt die Stellung einen Monat spĂ€ter wieder. Fortan ist er nur noch als freier Schriftsteller tĂ€tig.
  • 1887 Sohn George stirbt in Lichterfelde. Der Sohn Theodor Fontanes, Friedrich, grĂŒndet ein Jahr danach in Berlin einen eigenen Verlag, ĂŒber den Theodor Fontane auch veröffentlicht.
  • 1892 Fontane erfaßt eine schwere Erkrankung (GehirnanĂ€mie). Mitte 1893 nimmt er entgegen den Erwartungen aller Bekannten seine Arbeit wieder auf.
  • 1894 Fontane erhĂ€lt die EhrendoktorwĂŒrde der Philosophischen FakultĂ€t der Berliner Uni.
  • 1898 Fontane stirbt (nach mehreren Kuraufenthalten) in seiner Berliner Wohnung.






Inhalt


external image fontane_effi_briest_kl.jpgDie 17- jĂ€hrige Effi, Tochter des Ritterschaftsrats von Briest auf Hohen-Cremmen, heiratet auf Wunsch ihrer Eltern hin den immerhin ĂŒber 20 Jahre Ă€lteren Landrat Geert von Instetten, der frĂŒher ein Auge auf Effis Mutter Luise geworfen hatte.Auf Instettens Wohnsitz in Kessin angekommen soll nun das Eheleben beginnen, doch schon bald langweilt sich die sonst so lebhafte Effi tödlich und fĂŒhlt sich in dem dĂŒsteren Haus nicht besonders wohl, zumal sie hĂ€ufig allein ist. Sie vermisst kleine Aufmerksamkeiten und ZĂ€rtlichkeiten ihres Mannes und es fĂ€llt ihr schwer in ihrer neuen Heimat Anschluss zu finden und fĂŒhlt sich zunehmend einsam, worĂŒber sie auch die Geburt ihrer Tochter Annie nicht hinwegtĂ€uschen kann. Da sie viel von ihrem Manne alleingelassen wird geht sie, fast gegen ihren eigenen Willen, eine Liebesbeziehung zu dem neuen, verheirateten Bezirkskommandanten Crampas ein, der sie schon zuvor lange umworben hatte und hĂ€ufig zu Besuch kam, wobei er Effi ĂŒber die „Erziehungsmethoden“ Instettens aufklĂ€rte. Effi liebt Crampas nicht, ist aber zu schwach die Beziehung selbst zu beenden und so kommt ihr die Versetzung ihres Mannes nach Berlin, gerade recht. Dort verlebt sie die nĂ€chsten Jahre glĂŒcklich mit Mann und Kind und sie scheint Crampas vergessen zu haben, bis Instetten durch Zufall alte Liebesbriefe CrampasÂŽ an Effi entdeckt, wĂ€hrend diese in einem Kurort weilt. Er fordert den Liebhaber zum Duell und erschießt ihn. Effi wird geschieden und sogar von ihren Eltern verstoßen; Annie bleibt bei Instetten. Allein mit ihrer treuen Dienerin Roswitha, die Effi einst bei sich aufgenommen hatte, lebt sie ein paar Jahre lang in einer kleinen Wohnung in Berlin bis sie aus gesundheitlichen GrĂŒnden in ihr Elternhaus zurĂŒckkehren darf, wo sie noch ein paar Wochen des GlĂŒcks erlebt und dort schließlich an ihrem Nervenleiden stirbt.




Charekterisik:


Effi: external image gewinnen_effi_article.jpg

Effi ist das einzige Kind des mÀrkischen Gutsbesitzers von Briest und seiner Frau Luise und verbringt in Hohen-Cremmen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend.
Sie wirkt eher wie ein Junge als ein MÀdchen, trÀgt einen Jungenskittel, klettert gerne auf BÀume und spielt Verstecke mit ihren Freundinnen.Sie wirkt mit ihren 17 Jahren noch sehr kindlich und verspielt. Wie sie selbst von sich behauptet macht sie auch nichts aus Schmuck sondern klettert lieber und schaukle lieber.
Im dritten Kapitel zeigt sich, dass sie allgemein zwar bescheiden ist, im Besonderen aber anspruchsvoll sein kann.
Sie glaubt, dass Innstetten "der Richtige" ist, denn er ist von Adel, hat hohe eine Stellung und sieht gut aus.
Aber sie ist von Anfang an in der Beziehung nicht glĂŒcklich. sie sagt selbst: „Wenn man zwei Stunden verlobt , ist man immer ganz glĂŒcklich. Wenigstens denk ich es mir so.“ (S.16) In einem GesprĂ€ch mit der Mutter macht Effi deutlich, dass sie sich von ihrer Ehe „
ZĂ€rtlichkeit und Liebe“ und wenn sie die nicht bekommen kann, dann Glanz und Ehre erhofft. (S.26) Sie gesteht auch ihrer Mutter, dass sie sich nicht geeignet fĂŒr eine Musterehe fĂŒhrt. Zitat: „Ich bin nicht so sehr fĂŒr das, was man eine Musterehe nennt.“ (S. 26)
In ihrer Ehe steht Effi stark im Schatten von Instetten. Er steht ihr nur wenig zur Seite und zeigt kaum VerstĂ€ndnis fĂŒr ihre Belange. Er ist Effi gegenĂŒber zwar immer korrekt und höflich, schenkt ihr aber weder Liebe noch ZĂ€rtlichkeit. Sie respektieren sich gegenseitig aber geben sich keine Liebe. Effi bemĂŒht sich dennoch ihre Rolle als liebende, verantwortungsbewusste und korrekte Ehefrau zu erfĂŒllen, ist aber schon bald damit ĂŒberfordert. Schnell wird ihr bewusst, was ihr in ihrer Ehe eigentlich fehlt, Anregungen, kleine Aufmerksamkeiten, Innstetten war lieb und gut, aber ein Liebhaber war er nicht. Das Leben in Kessin langweilt sie, so wie sie auch ihrer Mutter schon vor der Ehe erzĂ€hlte, dass sie Langeweile quĂ€lt. Sie erwĂ€hnt auch im Buch "das was sie am meisten quĂ€lt ist die Langeweile. Sie sehnt sich nach Aufmerksamkeit, Abwechslung, Zuneigung und Bewunderung und findet dies alles in Major Crampas. Sie ist daher ein leichtes Opfer fĂŒr den „Damenmann“ und flĂŒchtet sich in eine LiebesaffĂ€re mit ihm. Ihr Seitensprung jedoch ist weniger das Ergebnis ihres eigenen Willens als vielmehr ihre UnfĂ€higkeit, sich dem Willen des Majors zu widersetzen. Nach Beendigung der AffĂ€re durch den Umzug nach Berlin, wird Effi stĂ€ndig von ihrem Gewissen geplagt und leidet an SchuldgefĂŒhlen da sie weiß, dass sie Innstetten als Mensch verletzte und sich mit einem Mann eingelassen hat, der sie nicht liebte und den sie nicht liebt. Als nach sechs Jahren die AffĂ€re von ihrem Mann Innstetten aufgedeckt wird, wird sie von ihm, ihrer Familie und der Gesellschaft verstoßen.
Von Zeit an lebt sie einsam in Berlin, am Rande der Gesellschaft, und verliert langsam den Mut und die Kraft weiterzuleben. Seelisch schwer erkrankt durch die Ereignisse der letzten Zeit darf sie wieder in ihr Elternhaus zurĂŒckkehren. Dort bereut sie erstmalig ihren Ehebruch, und stirbt in Versöhnung mit sich, ihrem Leben und ihrem Mann. Zitat: „
ich sterbe mit Gott und Menschen versöhnt, auch versöhnt mit ihm.“

Innstetten

Instetten ist zu Beginn der Handlungen 38 Jahre alt, also ĂŒber 20 Jahre Ă€lter als Effi. Aber dieser Altersunterschied entsprach den damaligen gesellschaftlichen Konventionen.
FrĂŒher war er in die jetzige Frau von Briest verliebt, wurde aber von ihr abgelehnt, da seine gesellschaftliche Stellung zu niedrig war. Jetzt ist er Landrat in Kessin und hat außerdem external image 1_11_3_detail2.jpg
gute Aussichten auf den Posten eines Ministerialrates in Berlin. Diese Stellung erlaubt es ihm um die Hand von Effi Briest, der Tochter seiner frĂŒheren Geliebten, anzuhalten.
Vom Ă€ußeren Erscheinungsbild entspricht er Effis Vorstellungen von Anfang an. Sie bezeichnet ihn in einem GesprĂ€ch mit ihrer Freundin als einen Mann mit guter Figur und sehr mĂ€nnlich. Frau und Herr von Briest charakterisieren Innstetten als einen „
Mann von Charakter, von Stellung und guten Sitten“ (S.14), „
ein famoses Menschenexemplar“ (S.21), „
Mann der feinsten Form, gerecht und verstĂ€ndig, und weiß recht gut, was Jugend bedeutet. Dennoch Ă€ußern auch sie Bedenken gegen die Verbindung zwischen Effi und Innstetten. Herr von Briest bezeichnet ihn als einen vorzĂŒglichen Kerl, der aber etwas von einem Kunstfex hat und Effi, da sie ein Naturkind ist, mit seinem Kunstenthusiasmus etwas quĂ€len wird.
Frau von Briest erkennt, dass Innstetten ein Karrieremacher ist und deutet an, dass er Effi langweilen wird. Dennoch heiraten beide nach sehr kurzer Verlobungszeit und ziehen in sein Haus nach Kessin. In seiner Ehe ist er Effi gegenĂŒber eher kĂŒhl. Er ist ein Mensch der seine GefĂŒhle niemals zeigt, der immer öffentlich bleibt und nie privat ist. In seinem Beruf ist er sehr verantwortungsvoll, und er hat Vorrang gegenĂŒber der Familie. In Berlin scheint er am Ziel seiner beruflichen WĂŒnsche angelangt, beginnt sich stĂ€rker um Effi zu bemĂŒhen, und verhĂ€lt sich ihr gegenĂŒber rĂŒcksichtsvoller. Als Effi auf Kur ist, weil es ihr gesundheitlich nicht gut geht, sehnt er sich danach seine Frau wieder zu sehen. Das FamilienglĂŒck schein perfekt, bis er nach Jahren durch Zufall Effis Ehebruch entdeckt. Und obwohl er sich unendlich unglĂŒcklich, gekrĂ€nkt und schĂ€ndlich hintergangen fĂŒhlte, liebte er sie trozdem und hat ihr eig. im inneren verziehn.


Major Crampas

Er ist von Beruf Landwehrbezirkskommandeur und ein alter Freund Innstettens, den er aus dem Krieg in Frankreich von 1870/71 kennt. Ihm geht schon vor seiner Ankunft in Kessin der Ruf als Frauenheld. Trotz dieses Wissens entwickelt Effi Sympathie fĂŒr Crampas. Zitat: „Das er selbst sehr anders sein kann, ausgelassen und ĂŒbermĂŒtig, davon ĂŒberzeugte ich mich, external image heffi-briest-4.jpgvollkommen Kavalier, ungewöhnlich gewandt.“ (S. 88) Sie wĂ€re auch einer Freundschaft mit Crampas nicht abgeneigt, aber sie weiß, dass die Ehefrau von Crampas dem im Wege stehen wĂŒrde.
Dennoch kann sich eine Freundschaft, spĂ€ter eine AffĂ€re zwischen den beiden entwickeln. Dabei gehen alle AktivitĂ€ten von Crampas aus. Die letztendliche VerfĂŒhrung Effis durch Crampas geschieht keinesfalls aus einer spontanen Laune heraus. Crampas geht regelrecht planmĂ€ĂŸig vor. Erst frĂŒhstĂŒckt er mit dem Ehepaar Innstetten, dann folgen Ausritte zu dritt und schließlich nur noch zu zweit, da Innstetten beruflich eingespannt ist.
Effi macht ihm schnell klar, dass sie ihn nicht liebt und mit an einer AffĂ€re mit ihm interessiert ist. Bei der RĂŒckfahrt von einer Weihnachtsfeier kommt es dazu, dass Effi in einem unbeobachteten Augenblick einen Kuss von Crampas zulĂ€sst. Von diesem Zeitpunkt an, lĂ€sst Effi sich auf Crampas ein. Crampas scheint fĂŒr Effi der Fluchtweg aus ihrem tristen Kessiner Alltagsleben zu sein. Crampas vermittelt ihr ein GefĂŒhl des Begehrtseins, bereitet Effi aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen gegenĂŒber ihrem Ehemann. HĂ€tte es Crampas nicht gegeben, so wĂ€re es ein anderer gewesen. Als Crampas erfĂ€hrt, das Innstetten von der AffĂ€re weiß und sich mit ihm duellieren will, trĂ€gt er dies mit Fassung, verliert das Duell und stirbt.



Form und Sprache

Bei dem Werk „Effi Briest“ handelt es sich um einen Roman das in der Zeit des Realismus geschrieben ist. Daher schreibt der Autor in einfacher Sprache
und vermeidet es den sogenanntes PathosPathos zu verwenden, den Überschwang an GefĂŒhlen zum Ausdruck zu bringen.
Der Roman ist in ProsaProsa verfasst und es wird fast ausschließlich Hochdeutsch gesprochen, da die Handlung in adligen kreisen abspielt.
An wenigen Stellen wirft der Autor französische Begriffe ein und das Telegramm einer Bekannten Effis ist ebenfalls in französischer Sprache geschrieben.





Epoche

Effi Briest ist in die Epoche des poetischen Realismus einzuordnen. Sie umfasst die Zeit zwischen Romantik und Naturalismus. Kennzeichen sind unter anderem eine "bewußte Wendung zur wirklichen Wirklichkeitsdarstellung, unparteiische Beobachtung und Schilderung der von den Sinnen erfassbaren Welt. Das Individuum, in diesem Falle Effi, steht im Zentrum des Werkes. Es wird vor allem das innere der Figuren betrachtet, ihre Gedanken und GefĂŒhle.