Jakob der Lügner – Jurek Becker



Jureks bekanntestes Werk „Jakob der Lügner“ wurde 1969 veröffentlich und handelt von einem Juden Jakob Heym, der im Ghetto zum Lügner wird, um die Hoffnung anderer Juden auf Rettung aufrecht zu erhalten.


Jurek Becker external image portrait


1937 – 1997
Jurek Becker wurde wahrscheinlich am 30. September 1937 in Łódź in Polen geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, da Jurek im Ghetto geboren ist und sein Vater ein falsches Geburtsdatum angegeben hat. Seine frühe Kindheit verbrachte Jurek zusammen mit seinen Eltern im Ghetto von Łódź. Im Alter von 5 Jahren wurde er von seinen Eltern getrennt und kam nach Sachsenhausen (KZ-Außenlager Königs Wusterhausen). Nach Kriegsende fand ihn sein Vater, einer der wenigen Überlebenden Juden aus Auschwitz. Die meisten Familienmitglieder von Jurek waren umgebracht worden.
1945 zog er nach Ost-Berlin und machte dort 1955 das Abitur. Danach meldete er sich freiwillig für zwei Jahre bei der Volkspolizei. Nach einem Studium der Philosophie 1957 wurde Jurek Becker 1960 aus politischen Gründen von der Universität relegiert und wurde freier Schriftsteller.


Sein Leben als freier Schriftsteller



Jurek wurde 1962 fest Angestellter Drehbuchautor. Nachdem sein Drehbuch Jakob der Lügner 1968 abgelehnt wurde, änderte er es zu seinem ersten Roman um, welcher 1969 erschien. Jurek war bis 1976 im Vorstand des Schriftstellerverbandes der DDR und bekam unter anderem den Nationalpreis der DDR für Literatur.
Von 1978 bis 1984 erschienen zwei weitere Romane. Schlaflose Tage 1978 und Aller Welt Freund 1982. 1986 schrieb er das Drehbuch für die erfolgreiche Fernsehserie Liebling Kreuzberg, wofür er ein Jahr später mit Gold ausgezeichnet wurde.
Jurek Becker hatte zwei Kinder mit seiner ersten Frau Erika und einen dritten Sohn mit seiner zweiten Frau Christine.
Er starb am 14 März 1977 an Darmkrebs in Sieseby, Schleswig-Holstein


Jakob der Lügner



Personenbeschreibung



Jakob Heym

Jakob ist die Hauptfigur
Er wird anfangs als Retter gesehen, weil er „Informationen besitzt“
Im Verlauf der Handlung wird er zum Lügner und verbreitet erfundene Informationen


Kowalski

Er ist ein ehemaliger Freund von Jakob
Sehr gesprächig
Er kommt wieder zu ihm, als Jakobs Informationen die Runde machen
Es ist eine oberflächliche Freundschaft
Rettet Jakob im Verlauf der Geschichte das Leben


Lina

Sie ist acht Jahre alt
ein Weisenkind
wohnt bei Jakob auf dem Dachboden
wird versteckt gehalten
intelligent, neugierig, reif


Prof. Kirschbaum

Herzspezialist
kümmert sich um Lina
wird gerufen um den Oberbefehlshaber zu behandeln
begeht vorher Selbstmord


Mischa

ein Arbeitskollege von Jakob
verrät das Jakob ein Radio besitzt
Auslöser der Geschichte


Rosa Frankfurter

Freundin von Mischa
ein ruhiges, nettes Mädchen


Inhaltsangabe




Der Roman „Jakob der Lügner“ spielt im Jahre 1944 im Ghetto eines kleinen Polenstädtchens nahe Bezanika.
Die Hauptfigur Jakob Heym befindet sich abends kurz vor der Ausgangssperre noch auf Straße. Dort wird er von Wachen aufgefordert in ein Anliegendes Büro zu gehen und sich dort dem Wachhabenden auszuweisen. Dort bekommt er im Radio, welche im Ghetto strengstens verboten sind mit, das die Rote Armee zur Befreiung des Ghettos nicht mehr weit weg ist. Am folgenden Tag erzählt er seinem Arbeitskollegen Mischa die Neuigkeiten und behauptet er habe selbst ein Radio, von welchem er die Informationen hat. Mischa verbreitet die Nachricht das Jakob ein Radio besitzt, und bringt ihn somit in eine Problemsituation. Gleichzeitig singt aber auch die Selbstmordrate im Ghetto. Damit hat Jakob erreicht, dass die Menschen wieder Mut haben und voller Hoffnung in die Zukunft blicken. Bewohner des Ghettos, unter anderem auch sein alter Freund Kowalski, kommen zu ihm und wollen weiter Informationen. Diese kann Jakob aber nicht liefern, weil er kein Radio besitzt. Er denkt sich weitere Radioinformationen aus und lässt in seiner Geschichte die Russen immer näher zum Ghetto kommen. Da er öfters sagt, dass die Russen nicht mehr weit weg sing, werden die Ghettobewohner ungeduldig und fangen an, an Jakobs Geschichte zu zweifeln. Nach einiger Zeit des Lügens vertraut Jakob seinem alten Freund Kowalski die Wahrheit an. Er erzählt ihn, dass er gar kein Radio besitzt und sich die Informationen über die Rote Armee nur ausgedacht hat. Er könne ihm nicht sagen, ob die Russen wirklich schon so nah am Ghetto sind. Aufgrund der Lügen Jakobs, nimmt sich Kowalski in der folgenden Nacht das Leben. Daraufhin erkennt Jakob, das seine erfundene Geschichte das Einzige ist was die Bewohner im Ghetto vor dem Selbstmord bewart. Also versucht Jakob weiter erfundene Geschichten zu Verbreiten. Am Tag darauf werden die Straßen des Ghettos geräumt und die Bewohner in das nächste Konzentrationslager deportiert.
Der Erzähler berichtet aber auch von einem elternativen Ende des Romans, indem Jakob versucht aus dem Ghetto auszubrechen. Er wird von einer Wache entdeckt und erschossen. Im gleichen Augenblick kann man das donnern der russischen Armee, zur Befreiung der anderen Ghettobewohner hören.



Epochenhintergrund



Das Buch „Jakob der Lügner“ wurde in der Zeit der Moderne geschrieben.
Die Moderne wurde vor allem durch die beiden vergangenen Weltkriege und durch die Teilung Deutschlands geprägt. In der Nachkriegszeit hatten die Menschen viel mit der Wiederaufbauung zerstörter Städte zu kämpfen. Ausschlag gebend für solche Romane wie Jakob der Lügner, sind auch die Erfahrungen vieler Autoren in Konzentrationslagern oder in Gefangenschaft. Jurek Becker wuchs in einem Warschauer Ghetto auf, wodurch er viele persönliche Erfahrungen bekam und so den Roman Jakob der Lügner aus eigener Erfahrung schreib.






Quellen:
Buch: Jakob der Lügner
www.google.de
www.wikipedia.org
http://www.spiegel.de/media/0,4906,11996,00.pdf
http://www.dradio.de/images/26962/portrait/



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