external image Der_Abenteuerliche_Simplicissimus.jpg





Der abenteuerliche SimplicissimusvonHans Jacob Christoffelvon Grimmelshausen




  1. Biografie
  2. Kurzer Einblick
  3. Jäger von Soest
  4. Die Persönlichkeit des Romanhelden
  5. Literaturhistorische Einordnung
  6. Die Weltsicht des Romans
  7. Werke
  8. Quellennachweis








Der abenteuerliche Simplicissimus wurde im Jahre 1668 vom Autor Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen verfasst.
Der Roman fällt unter der Kategorie der Schelmenromane und ist somit das wichtigste Werk seiner Zeit.
Der Autor brachte mit diesem Roman den ersten deutschsprachigen Abenteuerroman und unterhielt somit die Menschen in der grausamen Zeit des Krieges.





1. Biografie
external image grimmelshausen.jpg
Grimmelshausen wurde 1622 in Gelnhausen geboren. Über sein Leben ist nur wenig bekannt, einiges zur Biografie lässt sich jedoch über Anspielungen im literarischen Werk festhalten. Fest steht, dass Grimmelshausen keineswegs zum Kreis der gelehrten Dichter seiner Zeit gehört hat. So lässt er in der Vorrede seines "Erzähldebüts Satyrischer Pilgram" einen eifersüchtigen Widersacher über den Verfasser des Buchs verkünden: „Man weiß ja wohl daß Er selbst nichts studirt, gelernt noch erfahren: sondern so bald er kaum das ABC begriffen hatt / in Krieg kommen / im zehnjährigen Alter ein rotziger Musquetier worden / auch allwo in demselben liderlichen Leben ohne gute disciplin und Unterweisungen wie ein anderer grober Schlingel / unwissender Esel / Ignorant und Idioth, Bernheuterisch uffgewachsen". Grimmelshausen kämpfte im dreißigjährigen Krieg, war kaiserlicher Dragoner, nach 1644 Regimentsschreiber und schließlich Regimentssekretär. Seine umfassende Bildung erwarb er in den Bibliotheken seiner jeweiligen Oberstehenden. Dort lernte er neben der Schwankdichtung eines Hans Sachs und Volksbüchern auch die Literatur der Antike, der Renaissance und des Barock kennen lernte. Grimmelshausen wurde 1635 zunächst von kroatischen Truppen gefangen genommen, bevor er in die Hand hessischer Soldaten fiel, die ihn nach Kassel brachten. Vermutlich noch vor 1650 konvertierte er vom Protestantismus zum Katholizismus, um Catharina Henninger zu heiraten (Hochzeit war am 30. August 1649). Nach 1657 betrieb er zwei Jahre lang das Gaisbacher Gasthaus Zum Silbernen Stern, bevor er nach einer Anstellung als Verwalter in Ullenburg wiederum ein Geschäft mit dem selben Namen im Ort eröffnete. 1667 gewährte das Amt im badischen Renchen der zwölfköpfigen Familie endgültig den sicheren Unterhalt. Grimmelshausen schrieb unter zahlreichen Pseudonymen. So verwendete er unter anderem die Anagramme German Schleifheim von Sulsfort, Erich Stainfels von Grufensholm, Philarchus Grossus von Trommenheim, Simon Lengfrisch von Hartenfels und Melchior Sternfels von Fuchshaim. Einem neuerlichen Kriegseinsatz als Freiwilliger kam der Tod zuvor !
Grimmelshausen starb am 17. August 1676 in Rechen.




2. Kurzer Einblick



Während des 30 jährigen Krieges wächst der Ich – Erzähler, so ungebildet,
dass er noch nicht einmal seinen eigenen Namen weiß, auf einem Bauernhof auf.

Nach einem Überfall von Soldaten flieht der junge „Mann“ in den Wald und lernt dort einen Einsiedler kennen .
Dieser Einsiedler steht dem Jungen stehts bei Seite und gibt ihm den Namen „ Simplicissimus“ welches bedeutet „ der Einfältige“

Nach dessen Tod beginnt für Simplicissimus ein sprunghaftes Leben.
Sein erster Punkt ist Hanau wo er in erster Linie Page wird, jedoch zum Schluss zum Narren ernannt wird.
Mit diesem Leid wird er gezwungen eine Reise nach Magdeburg auf sich zunehmen, wo er vor erst einmal leben wird.

Nach viel Leid und Hass flieht der eigene Herr in ein Dragonerkloster, wo er zu einem Dragoner wird. ( Dragoner sind die berittenen Streitkräfte der Infanterie )



Ein neues Leben beginnt für Ihn erst in Paris, wo er sich als Schauspieler ausgibt. Jedoch ist dieser Aufenthalt ebenfalls nicht von langer Dauer.
Er macht sich auf dem Weg nach Deutschland um Pilger zu werden, seine Reise führt ihn schließlich nach Wien, dort stirbt auch sein bester Freund.
An diesem Punkt des Romans steht der Einfältige wieder einmal „ALLEINE“ da.


Nach so vielen Ereignissen heiratet er eine Bauerntochter, jedoch ist die Ehe nicht von langer Dauer da es im allgemeinen eine schlechte Ehebindung war, doch jedes Leid soll ein Ende finden, vorübergehend.

Denn seine Abstammung als adliger wird aufgedeckt mit der Erläuterung das er als Neugeborener bei einer Bauernfamilie ausgesetzt worden sei.
Im Angesicht dieser Tatsachen begibt sich der adlige Simplicissimus auf eine Odyssee über die ganze Welt.
Nach seiner Rückkehr ins heimische Deutschland, fasst er den Entschluss eine Pilgerreise nach Ägypten anzutreten.


Seine Reise kommt anders als Gedacht er erleidet an einem Schiffbruch, jedoch kann er sich uns sein Leben retten in dem er sich auf eine Insel rettet wo er schließlich zum Einsiedler wird !


Vom Pagen zum Narren, vom Narren zum Dragoner, vom Dragoner zum Schauspieler, vom Schauspieler zum Pilger, vom Pilger zum Adel und letzten Endes zum Einsiedler auf einer Insel, weit weg der Heimat.



3. Jäger von Soest

external image bronzestatue-jaeger-von-soest.jpg




Jäger von Soest nannte Christoffel von Grimmelshausen den Helden Simplicius. Der Schelmenroman trägt autobiographische Züge und beschreibt das Leben eines in Saus und Braus lebenden Draufgängers zur Zeit des dreißigjährigen Krieges.

In Soest wurde die Bezeichnung „Jäger von Soest“ mehrfach verwendet, unter anderem als Siegertitel eines Fechtwettbewerbs in den 1950er Jahren und für einen Sonderstempel der Briefmarkenfreunde. In den 1970er Jahren wurde eine moderne Form der Darstellung des Jägers, das Soester Jägerken, in der Westfalenpost zur Symbolfigur der Soester Allerheiligenkirmes. Die bunte Darstellung findet sich seitdem auf Werbeplakaten und fast allen Darstellungen, die mit der großen Soester Kirmes zusammenhängen.








4. Die Persönlichkeit des Romanhelden



Die Form der Ich-Erzählung bewirkt beim Leser den Eindruck, dass der Autor über „Selbsterlebtes“ berichtet. Die Geschichte erhält den Charakter eines authentischen Berichtes, sie erhebt den Anspruch, wahr zu sein. Im vorletzten Satz des Buches schreibt der Ich-Erzähler:" ... begab mich derhalben in eine andere Wildnus und fienge an mein End darin verharren werde, stehet dahin." Der Wechsel von der Vergangenheit zur Zukunft kann nur bedeuten, dass das bisher Erzählte in der Einsiedelei verfasst wurde. Dem steht der Bericht des holländischen Schiffskapitäns gegenüber, dass das Buch von einem hochdeutschen Mann auf der Insel wegen Papiermangels auf Palmblätter geschrieben worden sei. Und im “Beschluss” heißt es, der Verfasser sei ein gewisser Samuel Greifnson vom Hirschfeld, der die ersten fünf Bücher selbst in Druck gegeben hat, während Grimmelshausen Herausgeber der Continuatio ist. Mit diesen Widersprüchen enthüllt Grimmelshausen bewusst die Ich-Erzählung als Fiktion. In Verlauf des Romans verändert sich wiederholt der Abstand zwischen dem erzählenden und dem erzählten Ich, zwischen dem Ich des Autors und dem Ich des Erzählers. Damit werden die verschiedenen Entwicklungsphasen des Ich miteinander einer Lust beschrieben, die fast keine Distanzierung des Erzählers mehr erkennen lässt. So stellt er seine “Tüchtigkeit” als Soester Jäger, seine Überfälle und Raubzüge mit unverkennbarem Stolz dar. Den “Simplicissimus” als Bildungs- oder
Entwicklungsroman zu bezeichnen, heißt Maßstäbe der Goethezeit in das 17. Jahrhundert zu übertragen.

Nur der Gestalt nach ist er ein Mensch, ansonsten eine “Bestia”. Als er das erste Mal bei dem Einsiedler das Wort Kirche hört, versteht er Kirschen. Auf die totale geistige Unbildung folgt eine Phase von Einfalt. Der Einsiedler lehrt ihn, fleißig zu beten und zu arbeiten, und bringt ihm einige
Grundlagen des Glaubens bei. Dabei bleibt Simplex die völlige Unkenntnis der äußeren Welt erhalten. Als er zur Welt kam, konnte er sie nur “seltsam” finden, vermochte sich aber nicht darin
zurechtzufinden. Das komisch wirkende „Nicht-Begreifen“ bringt ihn in die größten Schwierigkeiten.
Er versucht die ganze Zeit die Welt zu verändern und zu verbessern, und wurde deshalb als närrisch angesehen. „Wann ich nun so etwas höret, sahe und beredet,
und wie meine Gewohnheit war, mit der HI. Schrift hervor wischte, oder sonst treuhertzig abmahnete, so hielten mich die Leute vor einen Narren.“
Mit der Periode des Jägers von Soest beginnt Simplicissimus Abenteuerleben. Seine Unternehmungen sind vom Glück begleitet. Es beginnt in Leben voller Vergnügen, und er führt das Leben eines richtigen Mannes. Doch seine Erfolge sind nie von Dauer, und er vergleicht die Güter, die er gewonnen hatte, mit dem Schatz eines Alchimisten, der sich auflöste, bevor man sich versieht.
Eine seiner negativen Eigenschaften ist die Eitelkeit, mit der er sein Aussehen wohlgefällig zur Kenntnis nimmt,
sich neu einkleidet und ein Wappen zulegt, um als Adliger auftreten zu können.
Bemerkenswert ist der abrupte Wandel vom närrischen Einfaltspinsel zum gewandten Weltmann, der gleichzeitig über Nacht und ohne erkennbare Entwicklungsstufen verläuft.
Die nächste totale Verwandlung vollzieht sich auf der Heimreise von Paris nach Deutschland, als er unterwegs an den „Blattern“ erkrankt und aus einem “Beau Alman” ein “grindiger Geduck” wird. Auch in diese Veränderung des äußeren Erscheinugsbildes kommt die Unbeständigkeit des Glücks zum Ausdruck.
Simplicisimuss Leben ist eine unaufhörliche Wanderschaft, sie entspricht seiner inneren Ziele und Haltlosigkeit und entspringt der Auffassung, dass jedes Leben in seinem Wesen Bewegung und Veränderung ist.




5. Literaturhistorische Einordnung


Mit dem Begriff “Barockliteratur” bezeichnet man die Literatur des 17. Jahrhunderts, einer Zeitspanne, die nur sieben Jahre kannte, und die von Grauen und den Zerstörungen des dreißigjährigen Krieges geprägt war. Es ist und bleibt ein erstaunliches Phänomen, dass nach den Verwüstungen, die diese nationale Katastrophe in Deutschland angerichtet hatte, die Literatur überleben und sich so reich entwickeln konnte.
Der Begriff "Barockliteratur" entstand in der Zeit der Aufklärung. Damit verbunden war eine gewisse Herablassung, von welcher deren bedeutendsten Errungenschaften, die Erzeugnisse der Baukunst, nicht ausgenommen wurden.
Die deutschen Dichter des 17. Jahrhunderts standen in der Folge einer sich durch die Renaissance geistig vom Mittelalter befreienden Epoche. Den meisten blieb jedoch, eine breite Wirkung versagt. Ihr Werk sollte dem Nutz des Lesers dienen. Die Schriftsteller des Barockzeitalters erwarten von ihren Lesern nicht, dass sie ihre Bücher zu Unterhaltung lesen, sondern wegen ihres sittlich-religiösen Inhaltes. Die rationale Einsicht in das Wesen von Gut und Böse war ihre Absicht. Unterhaltung ist im 17. Jahrhundert nur erlaubt, wenn man zuletzt einen Nutzen aus ihr zieht.
Ein Kennzeichen der Barockliteratur ist ihr Reichtum an Metaphern, allegorischen Anspielungen und emblematischen Verschlüsselungen. Nur wer klassisch gebildet war, konnte damit seine Dichtung verzieren, und klassische Bildung war die Voraussetzung zu ihrem Verständnis.




6. Die Weltsicht des Romans

external image 5546.0378.0378.jpeg


Im Simplicissimus stehen sich zwei Welten gegenüber.
Die Welt, in der sich das Alltagsleben der "normalen" Menschen abspielt, die zugleich Gottes Schöpfung und Stätte des Bösen mitsamt allen erdenklichen Belastungen ist, in der Mord und Totschlag, Raub, Prostitution, Korruption, Lüge und Verrat zu Hause sind, und eine „weltabgekehrte” Gegenwelt, in der der Einsiedler ein "entsagungsvolles", "gottgegefälliges" Leben führt, ausgefüllt mit Arbeit und religiöser Meditation.









7. Werke


An dieser Stelle müssen wir nicht "ALLE" seiner Werke zusammenfassen sondern nur einen besonderen 10 teiligen Zyklus seiner Werke wieder geben !
"Der Simplicianische Zyklus"
Dieser wiederum bestanden aus folgenden Werken :
  • Bücher 1-5: Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch
  • Buch 6: Continuatio des Abentheuerlichen Simplicissimi oder Der Schluss desselben 1699
  • Buch 7: Trutz Simplex oder Ausführliche und wunderseltzame Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche 1670
  • Buch 8: Der seltzame Springinsfeld 1670
  • Buch 9: Das wunderbarliche Vogel-Nest / der Springinsfeldischen Leyrerin 1672
  • Buch 10: Deß wunderbarlichen Vogelnests zweiter Theil 1675

Diese Bücher wurden nicht alle komplett vom Herrn von Grimmelshausen geschrieben, das vervollständigen und herausgeben dieser Werke konnte nur durch der Hilfe von mehreren Autoren funktionieren.



8. Quellen


Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jakob_Christoffel_von_Grimmelshausen)
Wikipedia(http://de.wikipedia.org/wiki/Der_abenteuerliche_Simplicissimus#Originaltitel)
Lexika (Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland: Barock und Rokoko)
Schülerlexika(Kleine Schriften: Eine Auswahl Aus Den Jahren 1970 Bis 1999)
Welt der Klassiker(http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/simplizissimus.htm)
Bildquellen( Homepage, Literaturdatenbank der Universität Marburg)